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Anästhesiologie Eine Vollnarkose ist oft nicht mehr notwendig
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00:05 31.08.2018
Privatdozent Dr. Ingo Bergmann Quelle: Röß

Seit Anfang des Jahres ist PD Dr. Bergmann in der Orthopädischen Klinik Lichtenau tätig, in der Funktion eines Chefarztes. Gemeinsam führt er mit Chefarzt Dr. Thomas Schnug die Abteilung Anästhesiologie und Intensivmedizin im Kollegialsystem.

Wertvolle Alternative

Die neu etablierte Methode wird als Ultraschall-gesteuerten Regionalanästhesie bezeichnet. Dabei werden Nerven mit Lokalanästhetika unter Ultraschallsicht betäubt. Der Vorteil ist: In vielen Fällen ist damit eine Vollnarkose überflüssig. Für Patienten bringt dies einen großen Nutzen: Der Organismus wird weniger belastet, Komplikationen entfallen oder werden minimiert, und der Kreislauf der Patienten bleibt stabiler.

Auch Atemwegsreizungen können ausgeschlossen werden. Denn bei einer Vollnarkose atmen die Patienten nicht selbstständig, sondern bekommen einen Beatmungsschlauch eingelegt. Gerade ältere Patienten berichten nach einer Vollnarkose von einer zeitweisen Störung ihrer Denk- und Merkfähigkeit und leichter vorübergehender Verwirrtheit.

Zudem bietet das Verfahren die Möglichkeit, direkt am Nerv einen Schmerzkatheter anzulegen. So können nach dem Eingriff kontinuierlich Lokalanästhetika gegeben werden. Für Patienten fallen damit Nebenwirkungen starker Schmerzmittel weg, außerdem sind keine Bewegungsschmerzen zu befürchten. Insgesamt werden die Patienten rascher mobil, und die Heilung schreitet schneller voran.

Damit ergänzen sich die Ultraschall-gesteuerten Regionalanästhesie und das Fast Track-Programm der Klinik (eigener Bericht auf dieser Doppelseite) hervorragend. Denn beider Ziel ist es, Patienten möglichst schonend und nach dem neuesten Stand der Medizin zu behandeln.

Ältere Patienten profitieren besonders

Dieser vielfältige Nutzen der Ultraschall-gesteuerten Regionalanästhesie ist auch deshalb bedeutend, weil gerade in der Orthopädie zunehmend ältere Patienten behandelt werden. Diese haben oftmals mehrere und schwere Vorerkrankungen. Mit dem neuen Verfahren - oder der Kombination mit einer leichten „Normalnarkose“ - können selbst Hoch-Risiko-Patienten ohne Probleme komplexe orthopädische Eingriffe erhalten.

Die Ultraschall-gesteuerten Regionalanästhesie wird deutschlandweit bisher nur an wenigen Krankenhäusern routinemäßig praktiziert. „Mit dem Engagement unseres neuen Chefarztes PD Dr. Bergmann können wir unseren Patienten diese innovative Methode jetzt in der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau regelhaft anbieten“, betont Dieter Christian Peuckert, der Theologische Vorstand von Lichtenau e.V., zu dem die Klinik gehört.  r

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