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00:07 31.08.2018
Quelle: Foto: r

Vitrektomie

Unter dem Begriff der Vitrektomie versteht man die operative Glaskörperentfernung. Dieses Operationsverfahren ist die Therapie der Wahl von ganz unterschiedlichen Glaskörper- und/oder Netzhauterkrankungen wie z.B. bei einer Netzhautablösung, einer Glaskörperblutung, bei Komplikationen der diabetischen Netzhauterkrankung, beim Makulaforamen (einem Netzhaut-Loch am Ort des schärfsten Sehens) oder bei der epiretinalen Gliose. Operationen im Glaskörperraum galten in den 1970er-Jahren noch als riskant und wurden nur mit großer Zurückhaltung und begrenztem Erfolg durchgeführt. Die erste Beschreibung der Vitrektomie erfolgte im Jahr 1971 durch Robert Machemer, der in den 60er-Jahren seine Assistenzarztzeit an der Augenklinik Göttingen absolvierte. Das von ihm entwickelte Operationsverfahren stellt bis heute einen Meilenstein in der Augenchirurgie dar.

Heute stellt die Vitrektomie weltweit eine der häufigsten Operationsverfahren in der Augenheilkunde dar. An der Universitäts-Augenklinik Göttingen werden etwa 800 Vitrektomien pro Jahr durchgeführt. Dank der rasanten technischen Fortschritte in den letzten Jahren sind die Instrumente und damit auch die operativen Zugänge kleiner geworden, mittlerweile ist eine nahtlose und minimalinvasive Operationstechnik möglich. Bei dieser Kleinschnitttechnik verlaufen die Zugangsschnitte mit einem Durchmesser von bis zu 0,4 mm durch die Bindehaut und dann tangential durch die Augenwand, sodass ein lamellierender Schnitt entsteht, der wie eine Führungsschiene genutzt werden kann.

Beispiel: epiretinale Gliose

Bei der epiretinalen Gliose handelt es sich um eine Membranbildung (Häutchen) auf der Netzhautoberfläche am Ort des schärfsten Sehens (Makula), die man sich wie eine Cellophanfolie vorstellen kann. Mit der Zeit kann es einer Verdickung der Membranen und zu Zug an der Netzhaut kommen. Die Bilder können wellig werden, das Sehen kann sich verschlechtern. Die Seheinschränkungen werden durch eine Verziehung der Netzhautstrukturen und Sehzellen verursacht. Die Ursache der Erkrankung ist unklar. Meist tritt sie nach einer altersabhängigen Abhebung der hinteren Glaskörpergrenzmembran auf, sie kann aber auch vermehrt nach schweren Augenverletzungen, Netzhautoperationen oder entzündlichen Augenerkrankungen vorkommen. Wenn es zu einer Beeinträchtigung des Sehvermögens und Verzerrung gerader Linien kommt, kann die mikrochirurgische Entfernung des Häutchens im Rahmen einer Vitrektomie durchgeführt werden.   r

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