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HNO-Heilkunde Wenn Hörgeräte nicht mehr helfen
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00:12 31.08.2018
Ein Beratungsgespräch im Hörzentrum Göttingen zeigt Möglichkeiten der Behandlung auf: Klinikdirektor Prof. Dirk Beutner und Patient Dirk Lippenmeyer. Quelle: Mischke

Schallleitungsschwerhörigkeiten werden durch Erkrankungen im Bereich des äußeren oder des Mittelohres verursacht. Die Behandlung erfolgt typischerweise durch eine Operation, bei der zum Beispiel ein Loch im Trommelfell mit körpereigenem Material verschlossen oder defekte Gehörknöchelchen repariert bzw. durch Prothesen ersetzt werden.

Demgegenüber spielt sich die Schallempfindungsschwerhörigkeit im Bereich des Innenohres, der sogenannten Hörschnecke (Cochlea), oder dahinter – im Bereich des Hörnervens – ab. Hier sind die häufigsten Ursachen die Schwerhörigkeit im Alter, der Hörsturz sowie akute oder chronische Lärmschäden. Die Betroffenen bemerken zunächst Schwierigkeiten, Sprache in geräuschvoller Umgebung zu verstehen. Später kommt es auch zu Einschränkungen beim Telefonieren oder der normalen Unterhaltung. Die Behandlung der Wahl besteht in der frühzeitigen Versorgung mit einem Hörgerät. Dieses verstärkt den eintreffenden Schall und macht ihn so für die geschädigte Hörschnecke wieder wahrnehmbar.

Bei fortgeschrittener Hörstörung ist trotz maximaler Verstärkung eines leistungsfähigen Hörgerätes kein Sprachverstehen mehr möglich. Dennoch kann den Betroffenen heutzutage geholfen werden. Mit einem Cochlea-Implantat (CI) werden die Fasern des Hörnerven elektrisch erregt und somit das Hören wiederhergestellt. Hierzu wird während einer Operation ein dünnes Kabel mit mehreren Elektroden in die Cochlea eingeführt und unter der Haut hinter dem Ohr ein Empfänger eingesetzt. Außen trägt der Betroffene den Sprachprozessor, der auch das Mikrofon und die Batterien enthält.

Die Cochlea-Implantation ist nur eine von vielen Möglichkeiten, mit denen die Spezialisten des Hörzentrums der Universitätsmedizin Göttingen ihren Patienten verloren gegangenes Hören wiederherstellen können. Im Bereich des Mittelohres stehen neben der Rekonstruktion der Gehörknöchelchen auch implantierbare Hörgeräte zur Verfügung. Die Entwicklung neuer, innovativer Hörimplantate ist Forschungsschwerpunkt in Göttingen, um auch in Zukunft den Patienten bestmöglich zu helfen.

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