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Kardiologie Moderne Therapieoptionen bei Herzschwäche
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00:20 31.08.2018
Mit dem sogenannten CardioBand wird der krankhaft erweiterte Ring der Mitralklappe gerafft und so die Insuffizienz beseitigt. Quelle: Edwards Lifesciences Corporation

Dank individuell optimierter Therapien werden herzkranke Patienten bei guter Lebensqualität immer älter. Hierbei spielt auch die moderne Gerätetherapie bei Herzinsuffizienz eine wichtige Rolle. Das Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen bietet das gesamte Spektrum der modernen, gerätebasierten Therapien zur Behandlung von Herzschwäche an:

Impulse für das Herz

Die kardiale Kontraktilitätsmodulation (CCM) hilft Patienten mit einer mittel bis schwer eingeschränkten Pumpfunktion des Herzens. Das Gerät wird unterhalb des Schlüsselbeins oder zwischen den Brustmuskel unter die Haut implantiert. Im Herzen positionierte Elektroden geben elektrische Impulse ab, die die Bildung bestimmter Proteine anregen und somit die Pumpfunktion des Herzens steigern. Da das CCM-Signal innerhalb der Entspannungsphase gesendet wird, in der das Herz kurzzeitig keinen Reiz in ein Aktionspotential umwandeln kann, wird keine Kontraktion der Herzkammern provoziert.

Die Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) kommt bei Patienten mit einer stark eingeschränkten Pumpfunktion und einer asynchronen Kontraktion der beiden Herzkammern zum Einsatz. Je nach Fall kann das CRT-Gerät als Schrittmacher (CRT-P) oder mit zusätzlicher Defibrillatorfunktion (CRT-D) implantiert werden. Durch die elektrische Stimulation der rechten und linken Hauptkammer wird die zeitgleiche Kontraktion wiederhergestellt und die Pumpleistung des Herzens verbessert.

Bei defekten Herzklappen

Resultiert die Herzschwäche aus einer Fehlfunktion der Mitral- oder Aortenklappe, können minimalinvasive, kathetergestützte Verfahren helfen.

Mithilfe der MitraClip-Therapie wird eine Nahtverbindung in der Mitte der beiden Mitralsegel geschaffen, um die Undichtigkeit der Herzklappe zu vermindern. Unter stetiger Echokontrolle wird der Clip mittels Herzkatheter exakt an der undichtesten Stelle zwischen den Segeln der Mitralklappe positioniert.

Mit dem sogenannten CardioBand wird der krankhaft erweiterte Ring der Mitralklappe gerafft und so die Insuffizienz beseitigt. Mithilfe eines präzisen Navigationskatheters werden bis zu 15 einzelne Ankerschrauben halbmondförmig im Bindegewebe des Klappenrings im Herzen befestigt. Anschließend wird das Band so weit gerafft, bis die Klappensegel die Gefäßöffnung wieder abdecken können.

Ist die Aortenklappe betroffen und verkalkt, kann diese durch eine künstliche Klappe ersetzt werden. Die Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) erfolgt am schlagenden Herzen. Dabei wird eine klein zusammengefaltete, biologische Aortenklappe mithilfe eines Katheters in die linke Herzkammer an die Stelle der Verkalkung geführt. Anschließend wird sie aufgespannt, sodass sie die alte, defekte Klappe an die Gefäßwand drückt und deren Funktion übernimmt.

Wenn der Druck zu hoch ist

Während die genannten Verfahren nur bei einer systolischen Herzinsuffizienz infrage kommen, bei der sich das Herz nicht mehr vollständig zusammenziehen kann, gab es bislang nur wenige Möglichkeiten zur Therapie der diastolischen Herzinsuffizienz. Bei dieser verliert die linke Herzhälfte an Elastizität, sodass sie mit einem höheren Widerstand gefüllt werden muss, ehe das Blut in den Körperkreislauf weitergepumpt werden kann. Hierfür ist seit neustem das InterAtrial Shunt Device (IASD)-System im Rahmen einer weltweiten klinischen Studie im Einsatz: Bei einem minimalinvasiven Eingriff wird eine kleine Öffnung in der Vorhofscheidewand geschaffen, in der das IASD platziert wird und eine Verbindung zwischen linkem und rechten Herzvorhof bildet. Dadurch wird ein Druckabfall des linken Vorhofs sowohl in Ruhe als auch bei Aktivität ermöglicht.

Unterstützung für das schwache Herz

Trotz intensiver Behandlung kann eine Herzschwäche lebensbedrohlich werden, sodass eine Herztransplantation nötig ist. Eine Möglichkeit, die oft jahrelange Wartezeit bis zur Transplantation zu überbrücken, ist die chirurgische Implantation eines Linksherzunterstützungssystems (LVAD), einer mechanischen Pumpe. Der LVAD-Einsatz kann auch als Dauerlösung dienen, wenn für den Patienten keine Herztransplantation infrage kommt. Das Gerät ist mit dem Herzen verbunden und entlastet es durch kontinuierliches Pumpen von Blut aus der linken Herzkammer in die Aorta, sodass sauerstoffreiches Blut in den Körper gelangt.
Die Entscheidung, welches Verfahren für den einzelnen Patienten am besten geeignet ist, wird am Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen vom Herzteam aus Kardiologen und Herzchirurgen gemeinsam getroffen. Somit wird eine bestmögliche, individuelle Behandlung der verschiedenen Stadien der Herzschwäche gewährleistet.   r

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0551 - 39-65044

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