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Kliniken Die Besonderheiten des Alters im Blick
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00:00 30.09.2016
Ergotherapeutin Doreen Klesel zeigt einem Patienten die richtige Haltung auf dem Gymnastikball. Mit der Übung wird der Gleichgewichtssinn trainiert und die Rücken- und Bauchmuskulatur gestärkt. Quelle: r
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In der Geriatrie wird deswegen gerne zwischen dem kalendarischen und dem biologischen Alter unterschieden. Menschen, die beispielsweise in ihrem Leben schon viele Erkrankungen durchmachen mussten, sind biologisch oft „vorgealtert“ und können schon mit unter 70 Jahren in die Gruppe der geriatrischen Patienten gehören. Genauso, wie es 70-Jährige gibt, die noch zu „jung“ für die Geriatrie sind. Neben dem entsprechenden Alter müssen gleichzeitig mehrere Erkrankungen vorliegen, die einer akuten Behandlung bedürfen, also die sogenannte „Multimorbidität“. Biologisches Alter und Multimorbidität führen oft zu einer Gebrechlichkeit, die ein weiteres Merkmal eines geriatrischen Patienten ist.

Mehrere Medikamente

Die Medizin hat erkannt, dass diese Patienten einer besonderen Betreuung bedürfen. Oft müssen ältere Patienten täglich viele Medikamente einnehmen. Selbst wenn diese für sich genommen alle ihre Berechtigung haben, können sie in der Summe zu Problemen führen. Das Stichwort hier lautet „Polypharmazie“, also das gleichzeitige Verwenden von mindestens fünf Medikamenten. In der Medizin stellt dies grundsätzlich ein Problem dar, denn über die Wechselwirkungen von vielen gemeinsam verabreichten Medikamenten weiß man heute noch zu wenig. Eine Aufgabe des Geriaters ist es, mit dem Patienten und den entsprechenden verordnenden Fachkollegen, aber auch gegebenenfalls mit den Angehörigen, zu entscheiden, auf welche Medikamente eventuell verzichtet werden kann.

Zurück in den Alltag

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Geriatrie ist die sogenannte Frührehabilitation. Oft ist ein Rehabilitationsbedarf bei Älteren nach Erkrankungen auch da vorhanden, wo jüngere Patienten rasch wieder in den Alltag einsteigen können. Für ältere Patienten bieten „normale“ Rehabilitationskliniken manches Mal nicht das richtige Umfeld. Um zu verhindern, dass manch älterer Mensch „kränker“ aus dem Krankenhaus herauskommt, als er hereingegangen ist, kann eine geriatrische Frührehabilitation angeschlossen werden. Ärzte, Pflegepersonal sowie die Physio- und Ergotherapeuten stimmen dabei die Therapie vollständig auf die Bedürfnisse der älteren Person ab. Ganz nach dem Motto: In der Ruhe liegt die Kraft.

Oliver Groß, Chefarzt der Geriatrie im St. Martini Krankenhaus Duderstadt

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