Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Nuklearmedizin Bildfusion mit modernster Technik
Anzeigen & Märkte Themenwelten Advertorials Kompass Gesundheit Fachrichtungen Nuklearmedizin Bildfusion mit modernster Technik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:27 31.08.2018
Priv.-Doz. Dr. med. Carsten-Oliver Sahlmann, Direktor (komm.) der Abteilung Nuklearmedizin bei der Befundung. Rechts die Ergebnisse der Bildfusion. Quelle: Richter

Mit Hilfe der nuklearmedizinischen Bildgebung ist es möglich, Stoffwechselvorgänge im Körper darzustellen. So kann z. B. die Funktion eines Knotens in der Schilddrüse oder Krebswachstum in Lymphknoten mit radioaktiv markierten Medikamenten sichtbar gemacht werden. Im Gegensatz dazu eignet sich die radiologische Bildgebung mittels Röntgenstrahlen dazu, Organstrukturen zu visualisieren und z. B. Lymphknoten von anderen Strukturen abzugrenzen. Nuklearmedizinische Verfahren und radiologische Verfahren zeigen also zwei Aspekte eines Organes oder einer Körperregion.

Was ist Bildfusion?

Bei der Bildfusion werden diese beiden unterschiedlichen bildgebenden Verfahren – entweder direkt in einem Gerät oder nachträglich am Computer – miteinander kombiniert und die jeweiligen Bilder überlagert. Die Nuklearmedizin der UMG verfügt über zwei Systeme, bei denen in einem Gerät solche Bildfusionen in einem Untersuchungsgang erstellt werden können:

• Eine Gammakamera mit 3D-Schnittbild-Technik (SPECT) kombiniert mit einem Computertomographen (CT) als sogenanntes SPECT/CT
• Ein Positronen-Emissions-Tomograph (PET) mit CT als PET/CT

Beides sind Geräte der neuesten Generation.

Beispiel: Diagnostik von Lungenkrebs mit der PET/CT

Bei der PET wird für die Diagnostik des Lungenkrebses ein radioaktives Zuckermolekül verwendet, das sich über den Stoffwechsel im Körper verteilt. Die Tumorzellen des Lungenkrebses haben im Gegensatz zu gesunden Zellen einen viel höheren Zucker-stoffwechsel, weshalb das radioaktive Medikament von ihnen vermehrt gespeichert wird und die Zellen so unabhängig von der Größe identifiziert werden können.

Nachdem der radioaktive Zucker dem Patienten verabreicht wurde, erfolgt nach einer Stunde zunächst ein Niedrigdosis-CT, gefolgt von der PET-Akquisition. Danach wird – ohne, dass der Patient die Position ändert – eine kontrastmittelgestützte diagnostische CT durchgeführt. Die Gesamtzeit der Untersuchung beträgt ca. 25 Minuten.

Nach der Untersuchung werden die unterschiedlichen Daten von der PET und der CT kombiniert und überlagert. Je nach Fragestellung können hier zwischen 2000 und 10.000 Bildern zur Befundung zur Verfügung gestellt werden, die von Ärzten der Nuklearmedizin zusammen mit Ärzten der Radiologie beurteilt werden.

Wann wird eine PET/CT durchgeführt?

Das Haupteinsatzgebiet der PET/CT ist die Ausbreitungsdiagnostik bei verschiedenen Tumorerkrankungen. Z. B. ändert sich bei bis zu 30% der Patienten das therapeutische Vorgehen aufgrund dieser Bildfusions-Untersuchung. Aber nicht nur bei der Diagnose, sondern auch bei der Verlaufskontrolle unter einer Therapie ist die PET/CT sinnvoll.

Welche neuen Methoden stehen zur Verfügung?

Neben der oben beschriebenen Glukose-PET, die sich nicht nur für Lungenkrebs, sondern auch für andere Krebsarten eignet, wie etwa den schwarzen Hautkrebs, Schilddrüsenkrebs oder auch Lymphdrüsenkrebs, stehen noch eine ganze Reihe weitere radioaktive Medikamente für die PET/CT-Diagnostik verfügbar, wie z. B. 18Fluor-Florbetaben zur Alzheimerdiagnostik, 18F-FDOPA und 68Gallium-DOTATATE zur Diagnostik neuroendokriner Tumore,  68Gallium-PSMA zur Prostatakrebs-Diagnostik oder aber auch 68Gallium-Pentixafor zur Lymphom- oder auch Entzündungsdiagnostik.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!