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00:23 31.08.2018
Moderne Bildgebunsverfahren unterstützen die Therapie von beispielsweise Tumoren. Quelle: Foto: r

Von den Verbesserungen profitiere unter anderem die Strahlentherapie, meint Radioonkologe Prof. Wilfried Budach: „Immerhin 50 Prozent der Krebspatienten erhalten im Laufe ihrer Erkrankung eine Bestrahlung. Dank der Integration moderner Bildgebungsverfahren in die Planung einer strahlentherapeutischen Behandlung und dank der Möglichkeit, die Position von Tumoren und Risikoorganen während der Bestrahlung aufs Genaueste zu verifizieren, können wir die Nebenwirkungen dieser Behandlungsart deutlich reduzieren und die Erfolgsrate der Strahlentherapie erhöhen."

Zu den Bildgebungsverfahren zählt unter anderem die multiparametrische Magnetresonanztomographie (MRT). Sie gilt als das derzeit empfindlichste Verfahren, um anatomische Veränderungen aufzuspüren, die zum Beispiel auf ein Prostatakarzinom hinweisen; zudem liefert sie wichtige funktionelle Informationen über die Aggressivität des Tumors. Dort, wo die Empfindlichkeit dieses Verfahrens nicht ausreicht, etwa beim Nachweis befallener Lymphknoten, sei die Hybridbildgebung gefragt, erklärt Prof. Dr. Heinz-Peter Schlemmer vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Dabei werden Schichtbildverfahren wie Computertomographie (CT) oder MRT mit der Positronenemissionstomographie (PET) kombiniert, um Informationen über Stoffwechselvorgänge im Krankheitsherd anatomisch genau zuordnen zu können. Vor allem die PET-MRT eröffne neue diagnostische Möglichkeiten.

Im Fokus der Nuklearmedizin stehen derzeit unter anderem neuartige Radiotracer, mit denen sich selbst kleine Tumoren im PET-Scan aufspüren lassen, so Prof. Dr. Bernd Krause. Innovative Tracer gegen das Prostataspezifische Membranantigen, kurz PSMA, erleichtern zum Beispiel die Suche nach möglichen Metastasen eines Prostatakrebses, wenn nach einer Entfernung der Prostata ein erneuter Anstieg des PSA-Werts auf einen Rückfall hindeutet. Mit dem geeigneten Betastrahler versehen, lassen sie sich sogar für therapeutische Zwecke nutzen - der PSMA-Ligand transportiere den Betastrahler zum Tumor und hefte sich dort selektiv an die Oberfläche der Tumorzellen. Die Strahlung sorge dort für deren Zerstörung. Diese therapeutischen Tracer werden derzeit in klinischen Studien getestet.

„Damit Krebspatienten optimal von solchen Verfahren profitieren können, brauchen wir die enge Zusammenarbeit verschiedener Experten, zum Beispiel aus Chirurgie, Strahlentherapie, medikamentöser Tumortherapie, Pflege und Psychoonkologie", forderte Prof. Dr. Peter Albers, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft.  ots/Deutsche Krebshilfe

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