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100 Jahre katholische Hochschulseelsorge

1916 erhält Pastor Auftrag – zunächst nur für Studentinnen 100 Jahre katholische Hochschulseelsorge

Seit 100 Jahren gibt es in Göttingen eine besondere Seelsorge für katholische Studenten. Das feiert die katholische Hochschulgemeinde (KHG) am Sonnabend, 12. November, mit einem Festakt, einem Gottesdienst und einer Party.

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Quelle: R

Göttingen. 1916 erteilte der Hildesheimer Bischof erstmals einen besonderen Auftrag für die Seelsorge - zunächst galt dieser nur für Studentinnen. Betraut mit der Aufgabe wurde Pastor Joseph Pagel. Bis 1923 wechselten die Studentenpfarrer relativ häufig, dann hatte Jesuitenpater Eduard Decker die Aufgabe bis 1939 inne. Da zu diesem Zeitpunkt die Zahl der katholischen Studenten stark zurückgegangen war, übernahm Pastor Johannes Stuke ihre Betreuung nebenamtlich.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs regte die englische Militärbehörde an, dass die Studentenschaft sich in Gruppen und Gemeinschaften organisiert. Etwa 200 katholische Studenten schlossen sich daraufhin zur Katholischen Studenten-Gemeinschaft Göttingen zusammen. Sie wurde schnell zum Kernorgan der Studentengemeinde. 1946 erhielt Göttingen mit Benediktiner-Pater Dr. Chrysostomus Schreiber wieder einen eigenen katholischen Studentenseelsorger. Nach einem Bericht Schreibers gab es in diesem Jahr 1100 katholische Studenten in Göttingen. Sie seien in einem Dutzend Gruppen aktiv, etwa in den Bereichen Volkslied oder Flüchtlingshilfe. Ein Mitteilungsblatt für Erstsemester nennt 1947 unter anderem Bibelkreis, Choral-Schola, und religions-philosophischen Kreis als Aktivitäten.

Im Lauf der Zeit bezog die Gemeinschaft neue Räume, die katholischen Studentenwohnheime Alfred-Delp- und Edith-Stein-Haus wurden gebaut. Der erste „Evangelisch-Katholische Studententag“ wurde 1965 in Göttingen ausgerichtet. 1973 wurde das Gemeindezentrum in der Kurzen Straße 13 eröffnet, wo es sich bis heute befindet.

Engagement für Lateinamerika, die Umwelt- und Friedensbewegung, Aktionen für Asylbewerber und gegen Einschnitte im Bildungshaushalt prägten die 1970er- und 1980er-Jahre. Eine Vielzahl von Angeboten belegt die vielfältige Arbeit der KHG in den vergangenen Jahrzehnten. Exerzitien, Gottesdienste und Orgel-Slam zählten ebenso dazu wie Sozialprojekte, Exkursionen, Kabarettgruppe, Latino-Partys oder eine Fahrradwallfahrt von Freiburg nach Loyola.

„Die Hochschulpastoral gehört mit zu den essenziellen Aufgaben der Kirche“, schreibt der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle in seinem Grußwort in der Festschrift. Er würdigt das breite Spektrum an Veranstaltungen, das auch interkulturelle Begegnungsmöglichkeiten, Beratung und Arbeitskreise umfasse. Jörg-Dieter Wächter vom bischöflichen Generalvikariat in Hildesheim erinnert sich an Diskussionen, Workshops und Hearings als Austauschmöglichkeit auf dem Weg zum Erwachsenwerden. In Zeiten, in denen Glaube nicht mehr selbstverständlich sei, könnten Hochschulgemeinden eine Vorreiterrolle einnehmen, meint Christian Hennecke vom Generalvikariat. Sie könnten junge Menschen darauf vorzubereiten, das Evangelium kreativ und gastfreundlich in einer vielschichtigen, beweglichen Gesellschaft zu leben. „Ich wünsche der KHG, dass sie so offen bleibt, weiterhin als Ort der Begegnung dient und das Hochschulleben prägt”, schreibt die ehemalige Studentin und Gemeinderätin Virginie Leclerc.

Festakt und Party

Das 100-jährige Bestehen der katholischen Hochschulgemeinde wird am Sonnabend, 12. November, mit einem Festakt, einem Festgottesdienst und einer Party gefeiert. Der Festakt mit aktuellen und ehemaligen Studenten und KHG-Mitarbeitern beginnt um 15 Uhr im Gemeindesaal von St. Michael, Kurze Straße 13. Der Festgottesdienst wird um 18 Uhr in der Universitätskirche St. Nikolai, Nikolaikirchhof, gefeiert. Er wird zelebriert vom Hildesheimer Weihbischof Heinz-Günter Bongartz, von Jesuitenpater Hans-Martin Rieder und vom Göttinger Dechanten Wigbert Schwarze. Die Party steigt dann ab 18 Uhr wieder im Gemeindesaal von St. Michael.

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