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Göttingen 264 Wohnungen für Studis in Göttingen
Campus Göttingen 264 Wohnungen für Studis in Göttingen
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19:59 24.04.2018
„Lutterterrassen“: Studentenwerk plant neues Wohnheim in Weende. Baubeginn soll im Spätsommer sein. Quelle: LIMA-Architekten/Stuttgart
Göttingen / Weende

Günstige Wohnungen für Studenten sind weiterhin heiß begehrt in Göttingen. „Die Nachfrage bei uns nach Wohnheimplätzen ist gleichbleibend hoch“, sagt Studentenwerkssprecherin Anett Reyer-Günther. 1856 Bewerber stehen derzeit beim Studentenwerk auf der Warteliste, für einen der rund 4600 Wohnheimsplätze in einem der 41 Göttinger Wohnheime zu bekommen.

„Für ein Sommersemester ein ganz normaler Wert“, sagt Reyer-Günther. Bei der Vorstellung des Projektes im Dezember 2016 kündigte Hubert Merkel, Vorstandsvorsitzender des Studentenwerkes, eine „bescheidene Erhöhung“ des Wohnungsangebotes durch den Neubau an. Sie sei nötig, da die Studierendenzahlen aus seiner Sicht auch in den kommenden Jahren nicht sinken werden, sagte Merkel damals.

Anderthalb Jahre später steht der Baubeginn für das Studentenwerk unmittelbar bevor. Inzwischen begrenzt ein 325 Meter langer Bauzaun die künftige Baustelle. Bauphase I hat begonnen.

Das Vorhaben

264 neue Einzelappartements sollen in dem Neubau „Lutterterrassen“ entstehen. Bis zum Wintersemester 2019 sollen sie nach Planungen des Studentenwerks bezugsfertig sein. Auch wenn es seitens des Stadt Göttingen noch keine Baugenehmigung gibt, soll ab Spätsommmer gebaut werden. Bis dahin geprüft werden noch Brandschutzmaßnahmen.

An den Lutterterrassen entsteht das neue Studentenwohnheim. Quelle: Brakemeier

Das Studentenwerk kalkuliert für das Gebäude derzeit Kosten in Höhe von 22 Millionen Euro. Davon werden nach Angaben von Carmen Heine, Abteilungsleiterin Gebäudemanagement, 20 Prozent vom Studentenwerk finanziert, 80 Prozent über öffentliche Darlehen. „Zuschüsse für das Vorhaben sind nicht zuverlässig in Aussicht“, sagt Heine.

Umgesetzt wird der Siegerentwurf eines vom Studentenwerk ausgelobten Wettbewerbs. 15 Einsendungen gab es dazu. Der Jury gehörten sieben Personen aus den Bereichen Universität, Stadtverwaltung, Studentenwerk sowie unabhängige Architekten und studentische Vertreter an. „Besonders erfreulich ist, dass die ersten beiden Preise von Wettbewerbern der Kategorie ,junges Büro‘ gewonnen wurden“, sagte die Vorsitzende des Preisgerichts, Gesche Grabenhorst. Sie lobt das „starke Konzept des Entwurfs“ und „städtebauliche Qualität“. des Siegerentwurfes. Die Vorgaben des Studentenwerkes seien vorbildlich umgesetzt worden.

Der Standort

Auch wenn vom neuen Gebäude noch nichts zu sehen ist: Die Adresse für die künftigen Mieter steht bereits fest: Grisebachstraße 7.

Am Ende der Grisebachstraße entsteht das Wohnheim auf einem 4 450 Quadratmeter großen Grundstück. 2012 hatte das Studentenwerk das Grundstück im Tausch gegen die Alte Mensa am Wilhelmsplatz bekommen. Mit dem Auto wird das neue Wohnheim künftig über die Grisebachstraße zu erreichen sein. Die Zusammenarbeit mit der Uni sei dabei sehr gut, sagt Reyer-Günther.

Schräg gegenüber des neuen Wohnheims befindet sich die Nordmensa. Fussläufig sind die Institute und Fakultäten der Physik, Chemie, Mathematik, Informatik, Geowissenschaften, Mikrobiologie, Neurowissenschaften, Agrarwissenschaften und Molekularen Biowissenschaften zu erreichen. Der „Blick ins Luttertal“, so Heine, bleibe unverbaut.

Das Gebäude

Geplant ist ein fünfstöckiges Gebäude. Die Ausschreibung für einen Generalunternehmer, der das Haus bauen soll, läuft derzeit. Entworfen hat es das Architekturbüro Lima Architekten von Lisa Bogner und Tobias Manzke aus Stuttgart.

Während im massiv gebauten Erdgeschoss außer behindertenfreundlichen Wohnungen eine überdachte Terrasse, Wirtschaftsräume und ein Gemeinschaftsraum untergebracht sind, schließen sich in den vier Stockwerken darüber die Einzelappartements an. Diese sollen als einzelne Module in Holzmassivbauweise vorgefertigt werden. Diese Module werden in Fabriken gefertigt und dann per Lkw angeliefert. Die Modulbauweise ermögliche eine relativ kurze Bauzeit, erläutert Heine. „Sechs bis acht“ Appartements könnten so pro Tag aufgestellt werden.

Stellen die Pläne vor: Anett Reyer-Günther und Carmen Heine. Quelle: Brakemeier

Das Gebäude ist so entworfen, dass jedes der vier langen Flure pro Etage ein Fenster hat. Damit sollen dunkle Korridore vermieden werden. Der ursprüngliche Entwurf der Architekten sah zunächst nur 200 Wohnungen in vier Geschossen vor. Statisch war es aber schon von Anfang an so ausgelegt, in Zukunft eine weitere Etage aufstocken zu können. Die Kosten für den Ursprungsentwurf hätten bei knapp 16 Millionen Euro liegen sollen.

Die Wohnungen

Die Einzelappartements des neuen Wohnheims sollen jeweils 18 Quadratmeter groß sein, vier im Erdgeschoss untergebrachte „behindertenfreundliche“ Appartements haben fünf Quadratmeter mehr. Die voraussichtliche Monatsmiete gibt Reyer-Günther mit „300 Euro plus“ an.

In den Appartements gibt es eine Pantry-Küche und ein Bad mit Dusche. Im Wohnbereich soll nach Vorstellungen des Studentenwerks ein großes Fenster nach außen oder zum Innenhof „für viel Licht“ sorgen, eine „schallhemmende Tür“ für Ruhe. In den Appartements trennen 25 Zentimeter massives Holz und eine Dämmung die Zimmer voneinander. Die Außenwände sind laut Heine mit 28 Zentimeter Wärmedämmung bestückt.

Die Appartements sind voll ausgestattet – auch mit Möbeln. Quelle: LIMA-Architekten/Stuttgart

Die Appartements sind ausnahmslos möbliert: Bett, Schrank, Regal, Schreibtisch stellt das Studentenwerk den Mietern zur Verfügung. „Eigene Möbel mitzubringen wird nicht möglich sein“, sagt Reyer-Günther. Durch so vermiedene Möbelschlepperei durch die Flur, Aufzüge und Treppenhäuser würden auch Schäden am Gebäude vermieden, ergänzt Heine. Reyer-Günther betont, dass die von verschiedenen Seiten kritisierten Einzelappartements verstärkt nachgefragt würden. So haben sich von den 1856 Studierenden auf der Warteliste 830 für eine Einzelwohnung beworben.

Die Ausstattung

Im Erdgeschoss ist ein Multifunktionsraum geplant, der für Treffen, für Partys, zum Kochen sowie für Seminare und Workshops Platz bieten soll. Weiter wird es einen Wasch- und Trockenraum geben. Ein Aufzug führt in die oberen Etagen. Innerhalb des Gebäudes verspricht das Studentenwerk WLAN-Zugänge zum Internet mit mehr als 800 Megabit pro Sekunde. Für das Erdgeschoss sind 260 Stellplätze für Fahrräder geplant. Neben dem Gebäude sind 40 Parkplätze für Autos vorgesehen.

Der Naturschutz

Bereits im Herbst hatte das Studentenwerk einen speziellen Zaun aufgestellt, der verhindern soll, dass Feldhamster während der Bauarbeiten auf das Gelände gelangen. Weil eine unter Artenschutz stehende Feldhamsterkolonie – die größte in und um Göttingen – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Baugrundstück lebt, seien der Zaun und die Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern sowie das Säen spezieller Wiesenkräuter durch die Landschaftspflege vorgeschrieben, hatte das Studentenwerk im März mitgeteilt. Im Frühjahr ist innerhalb des Hamsterzaunes vor Baubeginn ein Hamster-Screening geplant. Damit sollen auf dem Grundstück verbliebene Hamster aufgespürt und außerhalb des Zauns wieder ausgesetzt werden können.

Ein Zaun schützt schon jetzt das Baugelände. Quelle: Brakemeier

Um den Auflagen der Landschaftspflege nachzukommen, plant das Studentenwerk Baum- und Strauchpflanzungen. Diese umfassen 25 Arten. Außerdem sei auf Teilflächen die Saat hamstergerechter Futtermischungen aus Luzerne, Esparsette oder Serradella vorgeschrieben.

Von Michael Brakemeier

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