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Für Grundlagenforscher und Kliniker

27,5 Millionen Euro für Alzheimer-Zentrum Für Grundlagenforscher und Kliniker

Ansätze zur Behandlung von Alzheimer und anderer Demenzen sollen Grundlagenforscher und Kliniker in einem neuen Zentrum in Göttingen entwickeln. Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Bündnis 90/Die Grünen) eröffnete das 27,5 Millionen Euro teure Gebäude am Dienstag in der Von-Siebold-Straße 3a.

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Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic an einem Gerät in dem neuen Zentrum.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. „Anderthalb Millionen Menschen in Deutschland leiden derzeit unter Demenzerkrankungen“, berichtete Prof. Heyo Kroemer, Vorstandssprecher der Universitätsmedizin Göttingen. Ihre Zahl werde sich mit steigendem Durchschnittsalter der Bevölkerung bis 2050 voraussichtlich verdoppeln.

Von einer „großen Bürde“ für das Gesundheitssystem und die betroffenen Familien, sprach Prof. Pierluigi Nicotera, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Zwar werde in Fachzeitschriften regelmäßig über neue Therapien berichtet, allerdings würde die Wissenschaft die Krankheit noch nicht einmal genau verstehen.

In Göttingen sollen nun 54 Grundlagenforscher des DZNE mit 60 Wissenschaftlern vom Zentrum für Biostrukturelle Bildgebung der Neurodegeneration (BIN), das zur Universitätsmedizin gehört, an einem Ort über Entstehung und Behandlung der Demenzerkrankungen forschen. Ziel ist es, Erkenntnisse der Grundlagenforschung rascher als bisher in klinische Studien umzusetzen.

Die Universitätsmedizin werde ihre Kompetenzen im Bereich bildgebender Verfahren einbringen, kündigte Prof. Silvio Rizzoli, BIN-Vorstandssprecher, an. Besonderes Augenmerk sei auf die Wechselwirkungen von Umwelt und Genen gerichtet, erklärte Prof. André Fischer, Göttinger Standortsprecher des DZNE. Biomarker sollten ausfindig gemacht werden, um den Beginn von Alzheimer bereits 20 Jahre vor dem Auftreten der Demenz festzustellen. Wenn die Krankheit offenkundig werde, sei das Gehirn bereits nachhaltig geschädigt. Therapien griffen dann bisher kaum noch.

An den Forschungen beteiligten sich auch Wissenschaftler der Universität und der Max-Planck-Institute, lobte die Ministerin. Sie zeigte sich zufrieden, dass die Kosten des im Februar 2014 begonnenen Baus im vorgesehenen Rahmen geblieben seien.

Das viergeschossige Gebäude verfügt über 3440 Quadratmeter Nutzfläche. Den 110 Mitarbeitern stehen 200 Räume zur Verfügung. Jedes Zentrum nutzt einen der beiden Gebäudeflügel. Die Beschäftigten teilen sich die Labore, Werkstätten, Lager, Geräte und Seminarräume, was Kosten spart.

Zwei Zentren unter einem Dach

Das Zentrum für Biostrukturelle Bildgebung der Neurodegeneration (BIN), das zur Universitätsmedizin Göttingen gehört, visualisiert molekulare, biochemische und zelluläre Prozesse, die bei Demenzerkrankungen eine Rolle spielen. Der Göttinger Standort des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen ist im September 2011 eröffnet worden. Er untersucht als weltweit erstes Institut explizit den Einfluss von Umweltfaktoren bei Demenzerkrankungen. Es erkundet, wie das Zusammenspiel von genetischen und umweltbedingten Risikofaktoren komplexe neurodegenerative Krankheiten auslöst.

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