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3000 Besucher beim Tag der offenen Tür in der historischen Sternwarte

„Wie ein wissenschaftliches Volksfest“ 3000 Besucher beim Tag der offenen Tür in der historischen Sternwarte

„Ist die Führung denn auch für Kinder interessant?“ „Gerade für Kinder, aber sie müssen etwas Zeit mitbringen“, sagt der junge Mann von der Security. 30 bis 40 Minuten haben sich die Besucher des Tags der offenen Tür in der historischen Sternwarte angestellt, um einmal oben in die alte Kuppel zu kommen.

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Teleskop und die alte Holzkonstruktion: Besucher nutzten die Gelegenheit die Kuppel zu besichtigen.

Quelle: Heller

Göttingen. Bereits in der ersten Stunde am Vormittag ist das Gebäude aber auch sonst rappelvoll, im gut gefüllten Garten herrscht bei Kaffee, Würstchen, Saft und Jazzmusik heitere, gelassene Stimmung.

Jeweils gut zwanzig Besucher dürfen in die Kuppel, die einen schönen Eindruck davon vermittelt, wie vor rund 200 Jahren geforscht wurde. Es riecht nach Leder, Holz und Linoleum, der alte, mit einer dreieckigen Lehne verstärkte Sternenguckerstuhl ist zu bestaunen. Hier saß einst Carl Friedrich Gauß – 1807 war der Mathematiker zum ersten Direktor der Sternwarte berufen worden. Erklärt werden die Seilzüge, mit denen das Teleskop ausgerichtet wurde, die alten Konstruktionen, mit denen die Drehkuppel, bewegt wurde. Die Kuppel, so erfahren die Besucher, musste recht schnell verändert werden. Zunächst war sie viel zu flach, um eine längerfristige Beobachtung der Himmelskörper zu garantieren.

Neben den Führungen sind  auch alle Vorträge sehr gut besucht. „Das freut uns besonders“, so Thomas Richter, Pressesprecher der Universität. Dr. Axel Wittmann spricht über  Carl Friedrich Gauß, die Geschichte der Sternwarte und Gauß Lieblingsplaneten. Einige versuchen noch in den vollbesetzten Saal hineinzukommen. „Um 14 Uhr spreche ich noch einmal“ tröstet der Redner. WP Fahrenberg, Ausstellungsmacher und Mitbegründer des Satirepreises „Göttinger Elch“, berichtet über die Hintergründe zur Ausstellung „‘Der ziemlich gewiss Unsterbliche...‘ – Lichtenberg in der Sommerakademie für Komische Kunst der Caricatura Kassel 2014/2015“.

Einblicke in die Forschung am Lichtenberg-Kolleg, das in der Sternwarte untergebracht ist, geben kurze Abrisse der Studien in der Bibliothek, beispielsweise über die Tagebücher der Anne Frank. In dem Projekt soll unter anderem die Rezeptionsgeschichte der Tagebücher, die in 70 Sprachen übersetzt wurden und in 60 Ländern erschienen sind, untersucht werden.

Wie gern die Göttinger die Gelegenheit wahrnehmen, die Gebäude, die Forschungen und die Geschichte der Universität kennenzulernen, hat auch dieser Tag der offenen Tür gezeigt. Rund 3000, so schätzen die Veranstalter sind gekommen. „Auf jeden Fall mehr als im vergangenen Jahr“, so Richter. Und im nächsten Jahr werde die Sternwarte wieder geöffnet. Es sei ein Format, das gut nach Göttingen passt: kompakt, überschaubar, wie ein wissenschaftliches Volksfest.

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