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Göttingen 4,3 Millionen Euro Förderung für Verbundprojekt der Göttinger UMG
Campus Göttingen 4,3 Millionen Euro Förderung für Verbundprojekt der Göttinger UMG
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07:00 06.12.2018
Notaufnahme Quelle: r
Göttingen

Das Verbundprojekt zur „Optimierung der Notfallversorgung durch strukturierte Ersteinschätzung mittels intelligenter Assistenzdienste“ (OPTINOFA) unter der Leitung der Universitätsmedizin Göttingen ( UMG) wird mit 4,3 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert. Das Projekt soll helfen, die Notfallversorgung in Deutschland zu verbessern.

Für Ärzte wird es immer schwieriger einzuschätzen, welcher Patient ein Notfall ist und welcher nicht, teilt die UMG mit. Viele Patienten würden in die Notaufnahme gehen, anstatt einen Hausarzt aufzusuchen. Seit dem Jahr 2010 stieg die Patientenzahl in den Notaufnahmen im gesamten Bundesgebiet um 75 Prozent. Dadurch seien Kliniken überlastet und es gebe längere Wartezeiten. „Kritisch wird es, wenn bei steigenden Patientenzahlen in den Notaufnahmen Ressourcen gebunden werden, die für ‚echte‘ Notfälle zur Verfügung stehen müssen“, sagt Prof. Sabine Blaschke. Sie ist die Ärztliche Leiterin der Interdisziplinären Notaufnahme an der UMG und leitet das Verbundprojekt.

Durch OPTINOFA soll eine Steuerung eingerichtet werden, die Notfallpatienten bedarfsgerecht in die ambulante, hausärztliche, stationäre oder innerklinische Notfallversorgung einteilt. Notfallmediziner können auf eine Wissensplattform zurückgreifen, um einzuschätzen, wie dringlich ein Patient behandelt werden muss und welche Notfallversorgungsstufe auf ihn zutrifft. Die Plattform ist webbasiert und somit nicht gebunden an Zeit und Ort.

„Projektpartner und Modellkliniken deutschlandweit“

Die Notfallmediziner der Verbundpartner des Projektes erarbeiten die Wissensbasis für diese Plattform gemeinsam mit dem Institut für Allgemeinmedizin der UMG. Hierbei beteiligen sich unter anderem die Berliner Charité, das Bonner Universitätsklinikum, das Städtische Klinikum München und das Stuttgarter Klinikum als Modellkliniken. „Wir sind sehr froh, dass wir für unser Forschungsvorhaben weitere Projektpartner und Modellkliniken deutschlandweit gewinnen konnten, die über eine hohe wissenschaftliche Expertise in diesem Problemfeld verfügen“, sagt Blaschke.

Das Projekt kooperiert mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, bei der das nationale Notaufnahmeregister angesiedelt ist. Nach Angaben der Universität werden zur Qualitätssicherung die Fachkommissionen der Deutschen Gesellschaft für Notfall- und Akutmedizin und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Notfall- und Intensivmedizin hinzugezogen. Auch die Institute für Medizinische Informatik und für Medizinische Statistik der UMG arbeiten im Verbund.

Nach Angaben der UMG fördert der G-BA mit gesetzlichem Auftrag seit dem Jahr 2016 die Entwicklung, Erforschung und Einbindung neuer Ideen und Perspektiven der Patientenversorgung in das Gesundheitssystem. Dafür stehen über den Innovationsfonds bis kommendes Jahr jährlich 300 Millionen Euro bereit. Das Verbundprojekt startete im Juni dieses Jahres und hat eine Laufzeit von drei Jahren. In Zukunft soll das entwickelte System in ganz Deutschland eingesetzt werden.

Von Norma Jean Böger

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