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Seit 40 Jahren Studien an Primaten

Deutsches Primatenzentrum Seit 40 Jahren Studien an Primaten

Seit 40 Jahren betreibt das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen biologische und biomedizinische Forschung auf allen Gebieten, in denen Studien mit Primaten eine zentrale Rolle spielen.

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Rhesusaffe im Außengehege des Deutschen Primatenzentrums. r

Göttingen. Seit 40 Jahren betreibt das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen biologische und biomedizinische Forschung auf allen Gebieten, in denen Studien mit Primaten eine zentrale Rolle spielen. 400 Mitarbeiter, 1300 Affen, vier Forschungsstationen in Peru, Senegal, Madagaskar und Thailand sowie neun wissenschaftliche Abteilungen in den Sektionen Infektionsforschung, Neurowissenschaften und Primatenbiologie am Standort Göttingen.

Schon Anfang der 1960er Jahre wurde in Wissenschaftlerkreisen über die Notwendigkeit eines deutschen Primatenzentrums diskutiert und ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet, das auch die Unterstützung der Politik fand. „Das schwungvoll gestartete Projekt geriet dann allerdings ins Stocken, da zunächst kein geeigneter Standort gefunden wurde“, heißt es in einer Mitteilung des DPZ. Aufgrund der guten Verkehrsanbindung und der neurowissenschaftlichen Kompetenz an der Universität Göttingen fiel schließlich die Entscheidung für Südniedersachsen.

Das Problem dabei: Keine der Gemeinden rund um Göttingen wollte das DPZ haben. Die Bürger fürchteten sich vor Erregern, die die Affen und ihre Tierpfleger im Dorf verbreiten könnten. Auch wenn diese Sorge unbegründet war, blieb die Standortfrage lange Zeit kritisch. Für den Neubau wurde dann der Nordcampus der Universität Göttingen ausgesucht. Erster Direktor war Hans-Jürg Kuhn.

Rasante Entwicklung

In der Anfangszeit arbeitete die Geschäftsführung des DPZ in angemieteten Räumen bis das erste Labor- und Zentralgebäude im Jahr 1983 fertiggestellt war. „Seitdem hat sich das DPZ rasant entwickelt, von 75 Mitarbeitern im Jahr 1984 bis auf über 400 heute“, sagt Michael Lankeit, seit 1989 administrativer Geschäftsführer des DPZ. Zugenommen hat auch die Anzahl der wissenschaftlichen Abteilungen, von ehemals vier auf heute neun. „Eine unserer Stärken ist unsere wissenschaftliche Breite. Wir forschen inzwischen auf allen Gebieten, in denen Studien an Primaten eine bedeutende Rolle spielen. Um das auf hohem Niveau zu leisten, war unser Wachstum in den letzten Jahren notwendig“, sagt Prof. Stefan Treue, Direktor des DPZ.

Auch im Bereich der Primatenhaltung hat sich nach DPZ-Angaben viel getan. Die zurzeit rund 1300 Affen werden von knapp 40 Tierpflegern und vier Tierärzten betreut. „Tierschutz hat bei uns einen hohen Stellenwert. Wir haben hervorragend ausgebildete Tierpfleger und Tierschutzbeauftragte, die sich um das Wohlergehen der Affen kümmern“, sagt Direktor Treue. Das DPZ stehe für Transparenz und Offenheit im Bereich Tierversuche. Das belegten zahlreiche Videos, Bilder und Texte zu dem Thema auf der DPZ-Website.

Die Anfangsjahre, das Wachstum des Instituts zu seiner heutigen Größe und die wichtigsten Meilensteine sind nachzulesen in einer Chronik, die bei der Festveranstaltung am Donnerstag, 17. August, vorgestellt wird. Im 40. Jahr seines Bestehens hat das DPZ verschiedene Veranstaltungen für die Öffentlichkeit geplant, unter anderem Führungen durch die Primatenhaltung, eine Ausstellung zum Thema Primaten und mehrere Vorträge rund um unsere nächsten Verwandten.

Führungen und Ausstellung „Primaten“

Das Deutsche Primatenzentrum hat zu seinem 40-jährigen Bestehen verschiedene Aktivitäten für die Öffentlichkeit geplant. Bei Führungen stellt das DPZ seine Forschungsschwerpunkte vor und gibt einen Einblick in die Außenanlagen der Primatenhaltung. Diese Führungen – für alle Interessierten ab 15 Jahre – finden vom 23. August bis 22. September an mehreren Terminen statt, eine Anmeldung über die DPZ-Website ist erforderlich. Am Freitag, 8. September, wird die Ausstellung „Primaten“ eröffnet. „Hier zeigt das DPZ nicht nur die große Vielfalt der nächsten Verwandten des Menschen, sondern gibt auch einen Einblick in die Forschung an den Feldstationen“, teilte das Forschungsinstitut mit. Im Rahmen der Ausstellung sind mehrere Begleitveranstaltungen geplant, unter anderem Vorträge und Führungen. dpz.eu

Von Angela Brünjes

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