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50. Historikertag: Bilanz der Göttinger Organisatoren

3500 Besucher und zukunftsweisende Debatten 50. Historikertag: Bilanz der Göttinger Organisatoren

Neue Perspektiven und Fragestellungen für die Geschichtswissenschaft hat der 50. Deutsche Historikertag an der Universität Göttingen ergeben. Prof. Arnd Reitemeier, Sprecher des Göttinger Organisationskomitees, zieht eine positive Bilanz: 3500 Besucher, zukunftsweisende Diskussionen und eine rundum funktionierende Organisation – „so einen Kongress können wir in Göttingen stemmen.“

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Für den Historikertag entstanden: Die Ausstellung im Kulturwissenschaftlichen Zentrum ist dort bis zum 17. Oktober zu sehen.

Quelle: Heller

Göttingen. Inhaltlich war für Reitemier der Vortrag von Lyndal Roper herausragend. Die Regius-Professorin für Geschichte an der Oxford University – die erste Frau in dieser Position seit der Stiftung des Lehrstuhls 1724 durch Georg I. – habe gefragt, inwieweit Frauen in der Geschichtswissenschaft den Umgang mit dem Fach verändern.

Roper habe das anhand einer Rückschau bis 1980 diskutiert. Auch die Frage, ob eine Geschichte der Emotionen geschrieben werden kann, wurde erörtert. Nach Ansicht von Reitemeier wird diese Fragestellung über den Historikertag hinauswirken.

Das Geschehen in der Ukraine im Konflikt mit Russland wurde mit Kollegen aus beiden Staaten diskutiert. „Wie geht man mit der Nation Ukraine um? Ist die Ukraine als Nation im alten Sinne zu begreifen?“: Diese und weitere Fragen zum Thema zu beantworten, ist nun die Aufgabe einer neuen Kommission des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD), dem Veranstalter des Historikertages.

„Die Debatte und ihre Ergebnisse sind wichtig für die Politik und deren Handeln“, erklärt Reitemeier.

Livestreams, Facebook und Twitter

Durch das Partnerland Großbritannien war das deutsch-britische Verhältnis auch ein Thema, das besonders durch das Schottland-Referendum Aktualität erhielt. „Spannende Zeitgeschichte, die bis in die Gegenwart reicht“, so Reitemeier, war  auch die Frage, ob Popmusik in den 1960er-Jahren und später die Gesellschaft verändert hat.

Diese Diskussion und weitere  wurden im Internet auf Youtube übertragen. Mit diesen Livestreams und Informationen via Facebook und Twitter „hat die Uni Göttingen gezeigt, wo sie steht und was sie kann“. Reitemeier und Benjamin Bühring, Geschäftsführer des Göttinger Organisationskomitees des Deutschen Historikertages, sind „sehr begeistert, wie sehr alle Institutionen und Stellen in Göttingen von Anfang an mitgezogen haben.“

Neben der Universität seien das die Stadtverwaltungen, das Tourismus-Büro , die Verkehrsbetriebe und die für die Lokhalle zuständige Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Göttingen (GWG) gewesen.

Intensive Vorbereitung

Im November 2012 legte Bühring mit der Kongress-Vorbereitung los. Bis zu dessen Beginn wurde das Programm für Wissenschaftler, Doktoranden, Lehrer und Schüler koordiniert, wurden die 100 für den Historikertag tätigen studentischen Hilfskräfte für verschiedene Aufgaben geschult.

30 Exkursionen und Führungen standen auf dem Programmen, darunter auch Stadtführungen, die Studierende mit den Historikern Prof. Peter Aufgebauer und Dr. Frauke Geyken konzipierten.

Bühring wird noch sechs Monate für den Historikertag tätig sein. Neben der Nachbereitung hat er eine zukunftsweisende Aufgabe: Das Team des 51. Deutschen Historikertages beraten. 2016 richtet die Universität Hamburg den Kongress aus.

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