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6,3 Millionen Euro für die HAWK Göttingen

Forschung / Fachhochschule-Impuls 6,3 Millionen Euro für die HAWK Göttingen

Beim Programm „FH-Impuls“ ist das Projekt „Plasmatechnologien aus Südniedersachsen – Impulse für ein gesundes Leben“ der Hochschule für Wissenschaft und Kunst (HAWK) als eines von zehn unter 80 Bewerbern ausgewählt worden. Prof Wolfgang Viöl und sein Team erhalten  6,3 Millionen Euro für vier Jahre mit Option auf Verlängerung.

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Begeistert von der Förderzusage: HAWK-Präsidentin Christiane Dienel und Vizepräsident Wolfgang Viöl.             

Quelle: Krüger-Lenz

Göttingen. „Wir fühlen uns im Fachhochschul-Adel angekommen“, sagt HAWK-Präsidentin Prof. Christiane Dienel und vergleicht den bundesweiten Wettbewerb „FH-Impuls“ mit der Exzellenzinitiative des Bundesforschungsministeriums für Universitäten – nur eben für praxisorientierte Forschung. Viöl arbeitet mit Plasma, dem „vierten Aggregatzustand von Materie“, erklärt der Physiker. Vier Impulsprojekte in den Bereichen Medizintechnik und Wirkstoffforschung, Bildgebende Diagnostik, Hygiene sowie Therapie hat er gemeinsam mit den Firmen festgelegt.

Anwenderorientierte Entwicklung

Am Ende der Entwicklung soll eine Reihe von Geräten stehen, die in der Praxis eingesetzt werden können. Viöl nennt Beispiele: eine Händetrockner, der die Hände beim Trocknen desinfiziert, eine Luftreinigung, die Gerüche, Bakterien und Viren in Krankenhäusern und Pflegeheimen eliminiert sowie eine intelligente Wundauflage, die den Blutdruck misst und daraufhin den Einsatz des Plasmas steuert. Prothesen und Orthesen sollen ebenso verbessert werden wie Röntgengeräte. „Alles sehr anwenderorientiert“, ergänzt Dienel.

Ende Juni 2015 sei die Ausschreibung herausgekommen, sagt Viöl. Bis etwa Mitte September habe eine Antragsskizze eingereicht werden müssen. Mit dem Entwurf landete die HAWK Hildesheim/Holzminden/Göttingen im Finale der besten 20 Bewerber. Das brachte dem Dreier-Team um Viöl, der auch HAWK-Vizepräsident ist, 50 000 Euro ein für die Erstellung des laut Viöl „sehr aufwendigen Voll­antrags“. 20 Menschen hatten eineinhalb Monate daran gearbeitet, sagt Viöl.

13 regionale Unterstützer

Am Ende stand ein dicker DIN-A4-Ordner, den einen Kommission bewertete. Eine nicht ganz einfach umzusetzende Voraussetzung hat Viöl verwirklicht: Er musste Firmen finden, die so viel Vertrauen in die Ideen der Wissenschaftler hatten, dass sie sich zusammen mit einer Million Euro an der Entwicklung beteiligten. 13 Unternehmen aus der Region konnte Viöl begeistern, darunter Sartorius, Ottobock, Mahr und Kappa.

Alle Fachhochschulen in Niedersachsen hatten sich laut Viöl beworben, die HAWK wurde als einzige aus dem Bundesland ausgewählt. Und was bedeutet der Geldsegen für den Wissenschaftler? Er bringe „Laufruhe in die Hochschule. Wir können systematisch ein Themenfeld abarbeiten“, erläutert Viöl. „Wir können langfristig etwas für die Industrie der Region aufbauen. Das ist wirklich Wirtschaftsförderung.“ Und: Mindestens eine Firmenausgründung ist laut Viöl bereits in Planung.

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