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Hervorragendes Netzwerk

70 Jahre Büro International Hervorragendes Netzwerk

Unter dem Titel „Akademisches Auslandsamt“ fing es an, heute heißt es Büro International oder International Office. Das 70jährige Bestehen dieser Institution, die sich um den internationalen Austausch zwischen Studierenden und Forschern kümmert, feierte die Universität Göttingen am Mittwoch.

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Internationale Begegnung: Begeisternder Auftritt des Erasmus Choir.

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Die Universität Göttingen sei in ihrer Geschichte immer international ausgerichtet gewesen, betonte die Präsidentin der Universität, Prof. Ulrike Beisiegel, in ihrem Grußwort. Leider habe man in der Zeit des Nationalsozialismus viele kluge Köpfe und internationale Kontakte verloren, so Beisiegel weiter. Umso schöner sei es gewesen, dass die Uni bereits 1945 ihren Betrieb wieder aufnehmen konnte. Am 8. November 1947 beschloss der Senat der Universität Göttingen die Neugründung des Internationalen Büros.

Angeregt hat diese Reaktivierung des internationalen Austausches auch Fritz Schulz, so Dr. Uwe Muuß, Direktor des heutigen Büro International. Schulz war ein ehemaliger Göttinger Hochschullehrer, der unter den Nazis emigrieren musste. Erster Leiter des Akademischen Auslandsamt wurde der Jurist Herbert Kraus. Besonders schnell dabei seien auch die Forstwissenschaftler gewesen. 1951 folgte der erste Austausch mit Spanien, 1963 startete das Austauschprogramm mit der University of California, 1999 das U4 Netzwerk mit den Universitäten Uppsala, Groningen, Ghent und Göttingen. 2017 studierten fast 4000 internationale Studierende an der Georgia Augusta und es gebe 307 aktive Partnerschaften. „International denken, ist bei uns Standard, alle sind dabei“ so Muuß.

Ein hervorragendes Netzwerk habe die Göttinger Universität aufgebaut, so Carsten Mühlenmeier vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Um einen so funktionierenden Austausch aufzubauen, brauche es vor allem Menschen, die mehr tun als üblich, so Dr. Dorothea Rüland vom Deutschen Akademischen Austauschdienst. „You have done an excellent job“ richtete sie ihr Lob an die Adresse von Uni-Vizepräsidentin Hiltraud Casper-Hehne und Muuß.

Das letzte Mal habe er vor 50 Jahren in dieser ehrwürdigen Aula gesprochen, erzählte David Starr, ehemaliger Austauschstudent aus Californien. Er sei Sprecher der Gruppe amerikanischer Studenten gewesen, die 1966 /67 Göttingen besucht hatten. Ein „bitter-sweet moment“ sei der Abschied aus Göttingen gewesen. Die Zeit sei angefüllt gewesen mit neuen Erlebnissen, Kontakten und Freundschaften. Geprägt hätten ihn vor allem die vielen Möglichkeiten der Begegnung im Foyer International, so Starr. Ein echter „major meeting point“ sei das gewesen und sein fester Termin der „Teeabend“. Eine einmalige Gelegenheit „to speak und hear german spoken“. Hier habe er debattiert und deutsche Freunde gewonnen und damit beispielsweise eine Einladung zum Weihnachtsfest. Als er später als Dozent an die Universität Göttingen zurückkehrte gründete er den English Workshop. „To practice speaking“, das wollte er seinen Studenten ermöglichen.

Joseph Sherman kam ebenfalls mit dem Austausch der UC aus San Diego nach Göttingen. Dabei hatte er gar nicht daran gedacht nach Deutschland zu gehen, gestand er in seiner kurzen Rede. London, Paris, irgend so eine tolle Stadt sollte es sein.. Eher ohne große Erwartungen sei er dann gekommen. Und war dann doch begeistert über tolle Chancen zum Forschen. Aber vor allem sei es ein wundervoller Austausch mit Menschen gewesen, er habe viele Freunde gewonnen. Und etwas Wertvolles erfahren. Es brauche Zeit zu verstehen, woher jemand kommt und wie ihn das präge. Aber es lohne sich.

Von Christiane Böhm

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