Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen 8737 Baumarten erfasst
Campus Göttingen 8737 Baumarten erfasst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 19.10.2016
Baumbestand und Artenvielfalt in 44 Ländern untersucht: Herbstlicher Wald an der Zschopau bei Kriebstein (Sachsen). Quelle: dpa
Anzeige
Göttingen

Die Studie erfasst insgesamt 8737 Baumarten, die von Mangroven über Arten in tropischen Feuchtwäldern, Mitteleuropa, Tundren und Trockensavannen bis hin zu Arten mediterraner Wälder reichen. In Wäldern ist die weltweit größte Artenvielfalt zu finden, doch Waldrodung und -zerstörung sowie der Klimawandel setzen vielen Wäldern zu. „Obwohl der Erhalt des Baumbestandes und eine nachhaltigere Waldbewirtschaftung weltweit viel diskutiert und durch umweltpolitische Maßnahmen gefördert werden, gehen der Waldverlust und der damit verbundene Artenschwund mit schwerwiegenden Folgen für die Biodiversität und die Versorgung mit Holzprodukten weiter“, so Prof. Christian Ammer. Er ist zusammen mit seinem Mitarbeiter Dr. Peter Schall Mitautor der Studie und an der Abteilung für Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen der Universität Göttingen tätig.

„Ein Ergebnis unserer Studie ist, dass bei einem Rückgang der Baumartenvielfalt um die Hälfte der Holzertrag um 10 bis 15 Prozent zurückgeht“, ergänzt Schall. Der Beitrag verleiht daher den Bemühungen um die Erhaltung von Wäldern erheblichen Nachdruck. Für Europa bestätigen die Daten zudem die Bemühungen der Forstwirtschaft in Deutschland. Diese strebt seit etwa drei Jahrzehnten auf großen Flächen an, Reinbestände, die vorwiegend aus einer Baumart zusammengesetzt sind, in Mischbestände aus mehreren Arten umzuwandeln. „Vor dem Hintergrund der Studie spricht viel dafür, diesen Weg weiterzugehen“, so Ammer.

Die Autoren haben errechnet, was passieren würde, wenn weltweit die Arten im selben Ausmaß wie in den vergangenen Jahren zurückgingen. „Bei einer Artenverarmung von 99 Prozent würde der Ertrag um 62 bis 78 Prozent sinken, was in etwa einem Wertverlust von 160 bis rund 490 Milliarden US-Dollar pro Jahr entspricht“, so Ammer. Die Forscher weisen darauf hin, dass diese hohen Verluste das Fünffache der jährlichen weltweiten Aufwendungen zum Erhalt der Biodiversität betragen. Hinzu kommen zusätzliche Wertverluste durch Reduktion der Biodiversität, wie etwa durch eine verminderte genetische Vielfalt sowie Schutz- und Erholungsfunktionen, die noch weit über die verminderte Holzproduktion hinausgehen.

Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Science erschienen und dienen der Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (UN IPBES) und dem United Nations Convention on Biological Diversity (UNCBD) als wichtige quantitative Grundlage für den intelligenten Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern. jes/r

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Göttingen 5. Stiftungsdinner der Universität - "Gerichtsentscheidungen sind anders"

In der festlich geschmückten Aula der Universität Göttingen hat am Freitag der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, die Festrede gehalten. Der Juraprofessor legte den 80 Gästen dar, welche Bedeutung eine funktionierende Verfassungsgerichtsbarkeit für die Demokratie hat.

17.10.2016

Alles neu im Hörsaal im Auditorium. Der wurde in der vorlesungsfreien Zeit saniert: Fenster, Verdunkelung und Fußböden erneuert, Akustik verbessert, neue Multimediatechnik installiert.

16.10.2016
Göttingen Studenten gründen Internetportal - Wer bringt mir Tanzen bei?

Wer zeigt mir, welche Pilze essbar sind? Wie lege ich ein Herbarium an, ein Buch mit getrockneten, gepressten Pflanzen? Wer bringt mir Tanzen bei? Entsprechende Trainer vermittelt die Internet-Plattform kivanu.de. Zwei Göttinger Studenten, Kristoph Leonhard und Paul Thaler (beide 22) haben sie gestartet.

12.10.2016
Anzeige