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Göttingen Abendmusik in St. Nikolai
Campus Göttingen Abendmusik in St. Nikolai
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15:40 11.09.2018
21 Sängerinnen und Sänger singen vier sehr unterschiedliche Motetten Quelle: Hinz
Göttingen

Am Montagabend stellten sie in St. Nikolai Musik von Christoph Gottlieb Schröter vor (1699-1782) – eine lohnende Wiederentdeckung.

In den kleinen thüringischen Dörfer Bösenrode und Berga zwischen Nordhausen und dem Kyffhäuser sammelten die dortigen Kantoren hundert Jahre lang alle aufgeführten Kompositionen – Vokalmusik genauso wie Orgelwerke. „Diese Musik ist über zweihundert Jahre nicht erklungen“, so Dr. Corina Morys-Wortmann, 1. Vorsitzende der Georg-Friedrich-Einicke-Gesellschaft. „Dabei sind die Werke einfach, schön und ideal für den Gottesdienst“. Wissenschaftler und Organist Arne zur Nieden erläutert: „Die dort gesammelten Kompositionen sind von nahezu unbekannten Komponisten und zeigen die Musizierpraxis des 18. Jahrhunderts in kleinen Dörfern in Thüringen.“

In der Nikolai-Kirche stehen an diesem Abend Motetten und Orgelwerke von Christoph Gottlieb Schröter (1699-1782) auf dem Programm. Der in Hohenstein geborene Komponist war viel herumgekommen und gut vernetzt: Er hielt Vorlesungen über Musik in Jean, war Organist in Minden und später in Nordhausen und stand im Austausch mit Johann Sebastian Bach.

21 Sängerinnen und Sänger singen vier sehr unterschiedliche Motetten: Diese reichen von strahlend schönen Vokalsätzen über getragene sakrale Stimmungen bis zu eine Trauermotette mit volkliedhaft klaren Melodien. Gerade die Kürze der Werke machen sie zu funkelnd schönen und zugleich erhebenden Miniaturen. Der Chor aus Mitgliedern des Universitätschors und des Projektchors der Georg-Friedrich-Einicke-Gesellschaft singt die Werke unter der Leitung von Andreas Jedamzik sehr diszipliniert und ausgewogen mit brillianten Höhen und sanften Tiefen.

Andreas Jedamzik berichtet über die Erarbeitung der Aufführung der Werke: „Die unbekannten Kompositionen probt der Chor jeden Montag in den Semesterferien. Dabei stoßen wir immer wieder auf Fragen bei der Entzifferung der Handschrift. Hier unterstützt uns Arne zur Nieden als Wissenschaftler.“

Als Organist stellt Arne zur Nieden zwei Orgelwerken von Schröter vor: Derin hellen Klangfarben gespielte Choral „Jesu meine Freude“ strotzt vor Leichtigkeit und endet in einem vitalen Allegro. Das Chorvorspiel „Herr ich habe missgehandelt“ greift auf die barocke Fuge im leuchtenden G-Dur zurück. Der Organist zeigt mit diesen Werken, wie geeignet sie insbesondere für kleinere Orgeln mit wenigen Manualen und Registern in Dorfkirchen sind.

Für die Zuhörer wird Christoph Gottlieb Schröter als Komponist der Frühklassik erlebbar: Einer besonders spannende Epoche, die an die Barockmusik anschließt und in der Komponisten musikalisches Neuland betreten. Auch Schröter suchte das Neue und griff zugleich auf barocke Stilelemente zurück.

Dr. Corina Morys-Wortmann blickt am Ende der Veranstaltung in die Zukunft: „In der Sammlung der SUB gibt es auch eine große Passion mit Orchester und Solisten – diese möchten wir zur Aufführung bringen.“

Von Udo Hinz

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