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Agrarforschung zum Klimwandel

Salzstress auf den Reisfeldern Agrarforschung zum Klimwandel

Reisanbau trägt zum Klimawandel bei – der Methanausstoß der überfluteten Felder steht seit einigen Jahren im Blickpunkt von Medien und Forschung.

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Gemeinschaftsarbeit: Bäuerinnen setzen Reispflanzen in ein Feld in Deli Serdang auf Sumatra (Indonesien).

Quelle: dpa

Hohenheim. „Doch darüber darf man nicht vergessen, dass die Reisbauern in erster Linie Opfer des Klimawandels sind“, unterstreicht Prof. Folkard Asch, Agrar-Experte für Tropen und Subtropen an der Universität Hohenheim.
Vor allem der Anstieg des Meeresspiegels sei ein massives Problem, warnt Prof. Dr. Asch. „In den küstennahen Regionen kann Salzwasser in die Felder eindringen. Die Reispflanzen stehen dann massiv unter Salzstress – Ernteeinbußen bis hin zu nicht mehr nutzbaren Feldern sind die Folge.“

Die zunehmende Trockenheit in anderen Regionen bewirke zu dem einen höheren Bewässerungsbedarf. „Die Bauern in den flussaufwärts gelegenen Gebieten entnehmen mehr Wasser, wodurch der Wasserspiegel im Fluss sinkt und im Bereich des Flussdeltas nicht mehr ausreicht“, erklärt der Experte. „Beim Mekong zum Beispiel ist das bereits heute ein Problem. Wir brauchen daher mehr wassersparende Anbaumethoden, beispielsweise mit saisonaler Trockenlegung der Felder.“
Anderenorts kann die Erderwärmung den Reisanbau jedoch auch begünstigen: „In Gebieten über 1.800 Meter kann man mittlerweile auch Reis anbauen, das wurde bisher nur in wenigen Regionen der Welt praktiziert.“ Viele Länder mit Höhenlagen in Afrika und Amerika wie Madagaskar, Ruanda, Peru oder Bolivien könnten dies nutzen. „Dabei ist es allerdings notwendig, Reissorten, Bestandsführung und Wasserführung anzupassen.“

Wer jedoch glaubt, dass dies einen Ausgleich schaffe und so die Versorgung mit dem Grundnahrungsmittel Reis auch in Zukunft gewährleistet sei, der irrt. „Die neuen Anbauflächen werden bei weitem nicht die Ernteausfälle in anderen Regionen kompensieren können“, meint Prof. Dr. Asch. „Doch vor allem ist das ein räumliches Problem. Für die Versorgung der Bevölkerung jeweils vor Ort sind auch in Zukunft lokale Lösungen nötig.“ idw

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