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Rolle des Ozeans im Klimasystem

Akademiewoche Rolle des Ozeans im Klimasystem

Der  Meeresgeologe Prof. Michael Schulz aus Bremen hat die  Rolle des Ozeans in Bezug auf unser Klima dargestellt. Der Wissenschaftler sprach über "Der Ozeam im Klimasystem" bei der 12. Göttinger Akademiewoche.

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Große Wellen des atlantischen Ozeans schlagen in Porthcawl in Wales im Frühjahr 2014 gegen einen Leuchtturm.

Quelle: dpa

Göttingen. Hauptanliegen von Schulz ist es, den Ozean als gestaltende Kraft im komplexen Klimasystem der Erde zu begreifen. Er transportiere Wärme und andere gelöste Stoffe, nehme Kohlenstoffdioxid (CO2) auf und sei ein wichtiger Puffer  im Klimasystem, denn die Weltozeane seien in der Lage, riesige Mengen an Treibhausgasen zu speichern, was Klimaveränderungen verzögere.

Schulz entwirft in seinem fundierten und zugleich unterhaltsamen Vortrag ein Szenario der Zukunft, das andeutet, was geschehen könnte, wenn ein bedeutender Meeresstrom wie der Golfstrom geschwächt würde. Gleich zu Beginn betreibt Schulz dazu eine nötige Begriffsklärung: Der sogenannte Golfstrom sei überhaupt kein linear dahinfließender Strom, sondern bestehe aus wirbelnden Wassermassen. Auf seinem Weg in Richtung Arktis kühlt der sogenannte Nordatlantische Strom, der Teil des Golfstroms ist, ab und „abgekühltes Wasser ist schwerer und sinkt“, so Schulz.

Durch die riesige Menge an abfallenden Wassermassen entstehe eine Sogwirkung, die dafür verantwortlich ist, dass der Strom Richtung Europa gezogen werde. Ohne ihn wäre es in Nordeuropa deutlich kälter. Die menschengemachte Erwärmung der Atmosphäre und ein vermehrtes Schmelzen der Pole könne die Sogwirkung und so auch den Golfstrom abschwächen, lautet eine wichtige These des Meeresgeologen.

Trotz allem müsse man sich jedoch nicht vor einer baldigen Eiszeit fürchten, auch wenn solche Szenarien in Klimakatastrophen-Filmen wie „The day after tomorrow“  aus dem Jahre 2004 gezeigt würden. Der Film sei vielleicht spannend, aber „ist wissenschaftlich schlecht gemacht“, so Schulz.

Orientiere man sich an der Erdgeschichte, so sei die nächste Eiszeit in etwa 60 000 Jahren zu erwarten. Aber auch nur dann, wenn von jetzt an sämtliche C02 Emissionen gestoppt würden. Da damit aber nicht zu rechnen sei, werde die hauptsächlich daraus resultierende allgemeine Erwärmung wohl die wissenschaftlich als plausibel angesehene Abschwächung des Golfstromes als Wärmeförderband ausgleichen.

Die 12. Göttinger Akademiewoche, veranstaltet von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, endet am Donnerstag, 29. September, mit dem Vortrag „Mineralische Ressourcen aus der Tiefsee“ von Andrea Koschinsky, Professorin für Geowissenschaften an der Universität Bremen. Die Vortragsveranstaltung beginnt um 18.15 Uhr im Alten Rathaus, Markt 9.

Von Marie Varela

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