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Akihiro Kanamori und die Zentralität der Beweise

Fellow am Lichtenberg-Kolleg Akihiro Kanamori und die Zentralität der Beweise

Das neue Lichtenberg-Kolleg der Universität Göttingen hat den ersten Jahrgang von Gastwissenschaftlern, Fellows, verabschiedet. In der historischen Sternwarte waren neun renommierte Wissenschaftler zehn Monate bis Juli zu Gast.

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Zeit für Studien und Stadtbummel: Akihiro Kanamori.

Quelle: Vetter

Sie hatten ihre heimischen Positionen ruhen lassen, um hier gemeinsam mit Göttinger Kollegen zu forschen. Fünf der neun Fellows stellt das Tageblatt in einer Serie vor. Folge 2: Mathematikprofessor Akihiro Kanamori von der Universität Boston (USA).

Das Wesen des mathematischen Wissens auf der Grundlage der Zentralität der Beweise – speziell in der modernen Mathematik mit all ihrer Komplexität, so lässt sich das Forschungsgebiet von Professor Akihiro Kanamori zusammenfassen. Nach zehn Monaten in Göttingen ist darüber auch in diversen Publikationen zu lesen.

Wie Ehefrau Juliet Floyd wurde auch Kanamori, Professor für Mathematik an der Boston University in den USA von Prof. Felix Mühlhölzer vom Philosophischen Seminar der Universität Göttingeneingeladen, für beinahe ein Jahr hier als Fellow am Lichtenberg-Kolleg zu arbeiten. Alle drei Hochschullehrer verbindet die starke Rolle, die die Logik in ihren Forschungsfeldern spielt, zumal Philosophie und Mathematik sich an der Universität Göttingen schon lange sehr nahe stehen.

Kanamori (63) arbeitete während des Fellowships eng mit Kollegen vom Mathematischen Institut zusammen, unter anderem mit den Professoren Ulrich Stuhler, Samuel J. Patterson und Benno Artmann. Ebenso trieb er eine Publikation gemeinsam mit einem Freiburger Kollegen weiter voran. Unter anderem stellte er während seiner Göttinger Zeit das „Handbook for the History of Logic“ fertig, dessen Herausgeber der gebürtige Japaner ist.

„Es war eine gesunde Mischung aus individueller Forschung und intensivem Austausch mit den Kollegen“, so der Mathematiker. In jedem Fall habe ihm das Fellowship einfach Raum und Zeit geboten, sich auf seine Forschungen zu konzentrieren. Zuhause an der Universität Boston habe er natürlich deutlich mehr Aufgaben um die eigentlich wissenschaftlichen herum. „Man hat – neben zahlreichen Workshops und Kolloquien mit Göttinger Kollegen – einfach Zeit, über die Dinge nachzudenken.“

Da weitere Schwerpunkte Kanamoris die Geschichte der Mengenlehre sowie Geschichte und Philosophie der Mathematik sind, bietet Göttingen aufgrund seiner mathematischen Tradition einen breiten Fundus an Quellen und zeitgenössischer Fachliteratur für den us-japanischen Wissenschaftler. Ein besonderes Interesse gilt David Hilbert, der Ende des 19. Jahrhundert den Ruf an die Universität Göttingen erhielt, als das preußische Kultusministerium es sich sozusagen in den Kopf gesetzt hatte, in Göttingen einen mathematischen Schwerpunkt in der Tradition von Gauß und Riemann aufzubauen – und damit Erfolg hatte.

An diese Exzellenz möchte man heute anknüpfen, so Kanamori. Das Lichtenberg-Kolleg sei sicherlich ein guter Baustein dazu. Neben dem Austausch mit den mathematischen Fachkollegen war für den Wissenschaftler ebenso die Diskussion mit den anderen Fellows und Göttinger Wissenschaftlern aus anderen Fakultäten wichtig. „Oft entdeckt man gemeinsame Interessen, wo man sie nicht vermutet hätte, und sei es bei kurzen Filmen aus den 1920er Jahren, die Fellow Christian Kiening, an sich Professor für Deutsche Literatur an der Universität Zürich, jeden Dienstagabend vorführte.

In Göttingen hat sich Akihiro Kanamori sehr wohl gefühlt. „Nahezu jeder hier spricht genug Englisch, um weiterhelfen zu können.“ Und auch das Kleinstadtleben, das einem den Stadtbummel zu Fuß erlaubt, habe er sehr genossen.

Von Heike Jordan

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Das neue Lichtenberg-Kolleg der Universität Göttingen hat den ersten Jahrgang von Gastwissenschaftlern, Fellows, verabschiedet. In der historischen Sternwarte waren neun renommierte Wissenschaftler zehn Monate bis Juli zu Gast.

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