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Aktiv gegen Alzheimer: Sport kontra Vergessen

Gesundheit Aktiv gegen Alzheimer: Sport kontra Vergessen

Eine bundesweite Alzheimer-Studie will den Einfluss von Sport auf die Entwicklung von Morbus Alzheimer untersuchen. Dafür werden auch Patienten mit Alzheimer im Frühstadium aus der Region Göttingen als Teilnehmer gesucht.

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Quelle: Surrey

Sport gegen das Vergessen“ – ein spezielles Sportprogramm für Menschen mit Alzheimer im Frühstadium ist Teil der bundesweit angelegten Studie „Sport & COG“. Göttingen ist eines von neun Zentren, die sich an dieser Studie beteiligen. Wissenschaftlich geleitet wird die Studie von einem ehemaligen Mitarbeiter der Universitätsmedizin Göttingen (UMG): Prof. Jens Wiltfang ist jetzt Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums in Essen. Das Bundesministerium für Gesundheit fördert die Studie mit 1,1 Millionen Euro im Rahmen des Leuchtturmprojektes Demenz. 

„Wir müssen zunächst untersuchen und beurteilen, ob jemand für die Studie wirklich geeignet ist“, sagt Dr. Anja Schneider, Mitarbeiterin der Göttinger Gedächtnisambulanz. Das Sportprogramm ist klar strukturiert: In den ersten zwei Monaten haben die Studienteilnehmer drei Termine Sport wöchentlich. Im dritten und vierten Monat stehen je zwei Termine pro Woche auf dem Programm. In den letzten zwei Monaten muss wöchentlich ein Termin von 90 Minuten wahrgenommen werden. 

Stu dien weisen darauf hin, dass Sport positive Auswirkungen auf Demenzkranke haben  kann. Allerdings konnten in bisherigen Untersuchungen Fragen zur Art, Intensität, Häufigkeit und Dauer der Aktivitäten noch nicht geklärt werden. Die aktuelle Studie soll herausfinden, ob vielfältige sportliche Aktivität den Alzheimer-Patienten helfen könnte. 

Abbau aufhalten 

Es wird angenommen, dass der für die Alzheimer-Erkrankung typische Abbau von Fähigkeiten wie Wahrnehmung, Denken und Erinnern verzögert werden kann. Das Ziel: Betroffene sollen ihren Alltag möglichst lange bewältigen und in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld bleiben können. Gleichzeitig gehen die Wissenschaftler davon aus, dass auch Angehörige von der größeren Selbstständigkeit der Alzheimer-Kranken profitieren und selbst weniger depressive Symptome entwickeln. 

An der Studie können deutschlandweit Patienten in Zentren wie Essen, Bochum, Bonn, Erlangen, Göttingen, Homburg und Ulm teilnehmen. 300 Patienten werden nach dem Zufallsprinzip in zwei gleich große Gruppen unterteilt. Eine Gruppe erhält ein spezifisches, altersgerechtes Sportprogramm, die Probanden der Kontrollgruppen machen hingegen ausschließlich Dehnübungen. 

Vor und nach der Teilnahme sowie nach sechs Monaten werden die Probanden untersucht. In der wissenschaftlichen Auswertung spielen die aktuellen Beschwerden und Symptome eine wichtige Rolle. Erfasst werden aber auch Daten zur krankheitsbezogenen Belastung und Depressivität der Angehörigen. „Diese Faktoren haben meist einen ganz entscheidenden Einfluss auf den Zeitpunkt der Heimunterbringung“, sagt Studienleiter Prof. Wiltfang.   

Die Gedächtnisambulanz der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie an der UMG, deren Direktor Prof. Peter Falkai ist, sucht dafür Patienten aus der Region Göttingen. Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung. Weitere Informationen zu der Studie und den Teilnahmebedingungen unter Telefon 0551/3914258. 

                                                                                                                                                     Von Tina Lüers

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