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Als die Bilder laufen lernten

Kunstsammlung der Universität Göttingen Als die Bilder laufen lernten

Dass die Kunstsammlung der Göttinger Universität über reiche Bestände aus der Kunstgeschichte verfügt, ist bekannt. Dass dort auch aktuelle Videokunst gehortet wird, ist ein neuer Aspekt. Bis zum 5. Februar sind in den Sammlungsräumen im Auditorium Maximum sonntags künstlerische Videos zu sehen.

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Farbenfroh gestaltet: die Videokassette von Pipilotti Rist: „I’m Not The Girl Who Misses Much“ (1994).       

Quelle: R

Göttingen. Alte Autoreifen rollen über schäbigen Beton. Rauch zeiht durch den Raum, Schaum blubbert auf großen Blechen. Dann stehen Flüssigkeiten in Flammen. Die Schweizer Künstler Peter Fischli und David Weiß haben in monatelanger Arbeit eine Versuchsanordnung aufgebaut, die wie eine Kettenreaktion ein Teil nach dem anderen in Bewegung setzt. „Der Lauf der Dinge“ heißt das Video, dass sie von dieser 30 minütigen Aktion aufnahmen. Bei der Dokumenta 8, der Weltkunstausstellung in Kassel, avancierte der Film zum Publikumsrenner. Mit ihm hat die Kunstsammlung ihre Reihe „Screenings“ am Sonntag eröffnet.

Etwa 100 Künstler umfasst die Liste der Künstler, die mit Videos in der Sammlung vertreten sind, viele gleich mit mehreren Arbeiten. Daher sei auch die Gesamtzahl der Filme noch nicht erfasst, erklärt Dr. Ruth Reiche, die über Videokunst, promoviert hat. Gemeinsam mit dem Magisterstudenten Alexander Leinemann hat sie den Bestand gesichtet und 17 Filme ausgewählt, von denen jeweils einer an den Sonntagen bis zum 5. Februar gezeigt wird.

Die Organisatoren wollen mit der Auswahl einen Querschnitt durch die Videokunstsammlung zeigen. Sie haben Glanzlichter von Künstlern wie Pipilotti Rist, Jochen Gerz, Marcel Odenbach und John Cage ausgesucht.

Fortgesetzt wird die Reihe am Sonntag, 9. Oktober, mit „The Passing“ von Bill Viola von 1991, ebenfalls ein Dokumenta-Künstler. gut 54 Minuten läuft das Video, doch ein Einstieg in die Vorführung ist immer möglich, weil die Filme in Endlosschleife laufen. Am Sonntag, 16. Oktober, läuft „Der Westen lebt“ von Klaus vom Bruch aus dem Jahr 1984 (4.30 Minuten).

Als Zusatz zu den Filmvorführungen haben die Kuratoren einen Tisch mit Büchern über Videokunst in der Ausstellung aufgebaut, in denen sich Besucher übe die Entwicklung der Kunstgattung informieren können. In Vitrinen zeigen sie zudem eigens von den Künstlern gestaltete Verpackungen der Filme und beigefügtes Material.

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