Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Altägyptische Mumie mit Gipsmaske

Forschung Altägyptische Mumie mit Gipsmaske

Der Beginn der Mumifizierung im Alten Ägypten ist noch nicht vollständig geklärt. Ein Kooperationsprojekt, an dem der Göttinger Prof. Michael Schultz teilnahm, hat nun jedoch neue Erkenntnisse über die ersten Versuche zur Erhaltung der Körper Verstorbener.  

Voriger Artikel
Ein epochales Werk mit verblassten Stellen
Nächster Artikel
Denkmal der Buchmalerei

Technik der Mumifizierung: Anthropologe Schultz untersucht in Kairo ein Exponat.

Quelle: Lembke

Die Grundzüge der Anfänge der Mumifikation müssen womöglich neu überlegt werden“, so der Göttinger Anatom und Anthropologe Prof. Michael Schultz. Ein Kooperationsprojekt der Universitätsmedizin Göttingen, des Roemer-Pelizaeus-Museums Hildesheim und des Ägyptischen Museums in Kairo hatte den Wissenschaftler gemeinsam mit Dr. Katja Lembke, die Archäologin ist Direktorin des Roemer-Pelizaeus-Museums, nach Kairo geführt. Bereits ein Jahr zuvor hatten sie mit der Planung dieser Forschungsreise begonnen. Ihr Interesse galt den frühen Techniken und Methoden der Mumifizierung, die sie an Exponaten aus der Zeit der fünften und sechsten Dynastie untersuchten, die zwischen 2450 und 2150 vor Christus datieren. 

Die Genehmigung zur Untersuchung zu erhalten, war nicht leicht, so Schultz. In Ägypten sei derzeit ein verstärktes nationales Selbstbewusstsein zu verzeichnen, das nach sich ziehe, dass die Forschung an der ägyptischen Vergangenheit und Kultur auch in ägyptischer Hand bleiben solle. 

Am besten bekannt sind Mumien aus der Mitte des fünften Jahrhunderts vor Christus, hier gewähren bereits die Schriften Herodots umfassenden Einblick in die angewandten Techniken, so Lembke. Rund 1500 Jahre zuvor seien die Ägypter sehr experimentierfreudig gewesen, um die dauerhafte Erhaltung der Körper zu ermöglichen. Funde aus den Friedhöfen des Alten Reiches legten davon Zeugnis ab, so Schultz. 

Nicht idealisiert dargestellt

1989 fand der Generaldirektor der ägyptischen Altertümerverwaltung, Dr. Zahi Hawass, einen weiblichen Körper mit Gipsmaske in Giza. Auf den Schultern der Frau ruht ein mehrreihiges Fayenceperlenband, der Hals darüber und das Gesicht sind mit einer sehr feinen Gipsmaske umhüllt. Auf dem Kopf trägt die Frau ein goldenes Diadem. Es handelt sich bei diesem Fund nicht, so Schultz, wie es später praktiziert wurde, um eine auf Binden aufgelegte Maske, sondern um eine direkt auf das Gesicht der Toten aufgebrachte zarte Schicht aus Gips und Textilgewebe.

Bei dieser Art der Mumifizierung wurde nicht ein Gesicht idealisiert dargestellt, sondern die Gesichtszüge der Toten weisen offenbar auch individuelle Züge auf. Die Weichteile des Kopfes unter der Maske sind der Dekomposition zum Opfer gefallen, es sei aber auch möglich, dass bereits zuvor die Weichteile entfernt worden sind. Schultz meint: „Aus der gleichen Zeit datiert die Mumie des Herrn Idu, bei der wir eine teilweise durchgeführte Weichteilentfernung für den Brustkorb haben nachweisen können.“

                                                                                                                       Von Tina Lüers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen

Spannende Ausbildungsplätze in Deiner Region warten auf Dich. Starte jetzt durch mit azubify ! mehr

Amnesty-Protest auf dem Campus