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Göttingen Alzheimer-Protein fördert Tumor-Wachstum
Campus Göttingen Alzheimer-Protein fördert Tumor-Wachstum
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15:33 04.01.2013
Operation eines Krebspatienten: Ein Protein kann Tumorwachstum oder Alzheimer auslösen. Quelle: Thomas
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Das Alzheimer-Protein APP ist ein wichtiger wachstumsfördernder Faktor für Tumore. Seine Menge lässt sich pharmakologisch beeinflussen. Diese Erkenntnis könnte ein neuer Ansatz zur Behandlung für Krebs und Alzheimer sein.

Für seine Arbeit zum Thema „Die Funktionsanalyse und Pharmakomodulation des Amyloid-Vorläufer-Proteins (APP) in vitro und in vivo - Eine neue Zielstruktur zur Behandlung maligner Tumore“ ist Venkataramani mit Prof. Thomas A. Bayer, Betreuer der Promotionsarbeit aus der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie (Arbeitsgruppe für Molekulare Psychiatrie) der Universitätsmedizin Göttingen, mit dem Hans-Heimann Promotionspreis der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) ausgezeichnet worden.

Vivek Venkataramani umg

Der Preis ist mit 8    000 Euro dotiert und wird jährlich auf dem DGPPN-Kongress verliehen.

„Das besondere an der Doktorarbeit von Dr. Venkataramani ist, dass sie für ein bis-her ungelöstes Phänomen, den gegenseitigen Schutzmechanismus zwischen Alzheimer und Krebs, eine Erklärung liefert. In seiner Arbeit konnte er zeigen, auf welche Weise das ,Alzheimer-Protein’ APP in seiner Funktion als Wachstumsfaktor bei Krebserkrankungen wirksam werden kann. Erstmals sind so die molekularen Me-chanismen aufgeklärt, die der wachstumsfördernden Funktion zu Grunde liegen“, sagt Bayer.

Wenn APP sich spaltet, entsteht entweder schützendes sekretiertes APPalpha oder giftiges Abeta-Peptid. Bei Tumoren findet sich eine Betonung der wachstumsfördernden Funktion von APP. Es ist ein pathologisch wichtiger Tumorfördernder Faktor. APP unterstützt Krebszellen und tumornahe Stammzellen, die weiter wachsen wollen.

Bei der Alzheimer-Demenz ist das Gegenteil der Fall: Hier fehlt die Zell-schützende Funktion von APP, wodurch das Absterben von Nervenzellen begünstigt wird. In Zellkulturen konnten die Wissenschaftler belegen, dass durch das Ausschalten von APP das Wachstum von Tumorzellen verlangsamt wird. Damit konnte APP als neue Zielstruktur zur Tumorbehandlung nachgewiesen werden.

Venkataramani, 1983 in Hannover geboren, hat von 2002 bis 2008 in Göttingen Humanmedizin studiert. Anschließend hat er bis 2011 im Labor von Prof. Bayer im Rahmen seiner Dissertation als wissenschaftlicher Mitarbeiter gearbeitet. Im März 2012 wurde er an der Medizinischen Fakultät in Göttingen promoviert.

Die Dissertation sowie die daraus entstandenen Publikationen wurden mit nationalen und internationalen Posterpreisen als auch mit dem Promotionspreis der Universitätsmedizin Göttingen im Wintersemester 2011/12 ausgezeichnet. Seit Juli 2011 ist Venkataramani Assistenzarzt in der UMG-Abteilung Hämatologie und Onkologie und als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Stammzellbiologie von Prof. Gerald Wulf tätig.

eb

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