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Amulette, Textilien und Schmuck

Georgia Augusta kauft eine Privatsammlung mit indischen Stücken Amulette, Textilien und Schmuck

Die Ethnologische Sammlung der Universität Göttingen hat ihren Indien-Bestand um eine Privatsammlung von Amuletten, religiösen Zeichen, Schmuckgegenständen und Textilien aus Nordwestindien erweitert. Der bisherige, 75 ethnografische Objekte umfassende Bestand komplementiert den Neuankauf.

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Gespräch über die Indien-Objekte: Kustos Gundolf Krüger und Sammlerin Ute Rettberg.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. „Kauftätigkeiten hat es in der Geschichte unseres 1935/1936 eröffneten Institutes nur ganz selten gegeben. Das letzte Mal vor zehn Jahren.“ So eröffnete Dr. Gundolf Krüger, Kustos der Ethnologischen Sammlung, am „letzten Tag“ seines Berufslebens die Präsentation der angekauften Objekte. Diese stammen von der Privatsammlerin Ute Rettberg aus Winsen/Aller. Ermöglicht wurde der Ankauf für einen „namhaften Betrag“ durch Unterstützung der Lindemann-Stiftung, die zur Stiftung privaten Rechts der Universität Göttingen gehört.

Die erworbene Sammlung bestehe aus 85 Objekten, die jeweils „immer ganze Gruppen“ umfassten. Rund 80 Silberarbeiten zählt der Neuerwerb, wobei es sich überwiegend um Amulette handelt, die in Zusammenhang mit Magie- sowie Abwehrzauber ständen. Darunter sei auch Schmuck, der Status und Prestige anzeige. „Es sind Motive, die durchaus auch komplementär zu sehen sind zu Motiven von Gegenständen, die wir bereits in der indologischen Sammlung am Institut haben“, so Krüger.

Das Schöne neben der gesicherten Provenienz sei, dass der Erwerb der Gegenstände im nicht kolonialzeitlichen Kontext stehe. Überdies habe Rettberg die Objekte mit Hilfe von Übersetzern auch kulturell kontextualisiert. „Das Interessante an der Sammlung ist, dass dazu Textilien existieren, die mit dem Schmuck zusammen getragen wurden“, so der Kustos. Zudem stamme alles aus aus dem heutigen indischen Bundesstaat Rajasthan und angrenzenden Gebieten.

„Bei den Objekten kann man sicherlich auch gut studieren, wie weit es Einflüsse von unterschiedlichen Religionen gibt“, sagte Krüger. Entsprechende Forschungsfragen könnten auf der Grundlage von mindestens noch drei Magisterarbeiten gelöst werden. Rettberg sagte ihre tatkräftige Hilfestellung bei einer weiteren Bearbeitung der Sammlung zu. Die ehemalige Konsulatssekretärin studierte Kunstgeschichte, Religionswissenschaften und Indologie. Ab 1964 in Indien tätig, sammelte sie auf Reisen durch ländliche Regionen systematisch und sachkundig Objekte, die teilweise aus dem 18. und 19. Jahrhundert sowie aus der Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts stammen. 1993 hat Rettberg die Sammlung in ihrer Magisterarbeit wissenschaftlich aufbereitet.

Den Hinweis auf Rettbergs Sammlung gab Prof. Thomas Oberlies, Direktor des Seminars für Indologie. Nach dem gemeinsamen Erwerb, so Krüger, könnten nun in Kooperation, auch mit dem Centre for Modern Indian Studies (CeMIS), die Indien-Bestände der Ethnologischen Sammlung genauer erforscht werden.

Von Karola Hoffmann

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