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Göttingen Antike Vasen im Göttinger Archäologie-Institut
Campus Göttingen Antike Vasen im Göttinger Archäologie-Institut
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00:23 01.03.2018
Chiara Blasetti Fantauzzi präsentiert "Griechische und etruskische Vasen in der Archäologischen Originalsammlung": Auf dem Foto eine Halsamphora mit schwarzfiguriger Darstellung eines Kriegerabschiedes und Triptolemos schwebt auf dem Wagen zwischen zwei Paaren, ca. 540-530 v. Chr. Quelle: Peter Heller
Göttingen

Antike Vasen aus Griechenland, der Toskana, und Süditalien sind im Archäologischen Institut der Universität Göttingen zu sehen. Am Sonntag ging es um die Vasen aus Griechenland und Italien bei einem „Sonntagsspaziergang“ mit Dr. Chiara Blasetti Fantauzzi und Marta Kipke.

Blasetti Fantauzzi, wissenschaftliche Assistentin am Institut, hat zuerst über die Geschichte der Sammlung gesprochen. Woher kommen die Vasen, wann und wo wurden sie erworben, waren die einleitenden Themen. Die Vasen sind in dem Corpus Vasorum Antiquorum Goettingen publiziert worden.

Schwarze und rote Figuren

Man unterscheidet zwischen schwarzfigurigen und rotfigurigen Vasen. Die Figuren und Geschichten, die auf den Gefäßen zu sehen sind, zeigen, wie es der Name verrät, die Figuren in schwarz oder rot. Die Datierung der schwarzfigurigen Vasen auf den Zeitraum zwischen dem 7. und 5. Jh. v.Chr. geschätzt. Rotfigurige Vasen werden zwischen 530 v. Chr. und 300 v. Chr. datiert.

Es wurde über Töpfer (wer die Vasen hergestellt hat), Maler (wer die Vasen bemalt hat), Werkstätten und Produktionszentren gesprochen. Etwa 20 Besucher verfolgten die Führung durch die Sammlung des Archäologischen Instituts zum Thema „Griechische und etruskische Vasen in der Archäologischen Originalsammlung“.

Sehr prächtig ist zum Beispiel eine Amphore mit der Darstellung der Agrargottheit Triptolemos auf einer Seite und von Kriegerabschied auf der anderen Seite. Oder es gibt beispielsweise die sogenannte Augenschale, die einen Durchmesser von ungefähr 25 Zentimetern hat und mit zwei großen, auffälligen Augen verziert ist. Kleinere Vasen wurden vermutlich für die Aufbewahrung von Ölen oder Salbei genutzt, sagte Blasetti Fantauzzi.

Süditalien nannte sich in antiker Zeit Apulien, erklärt nun Kipke, die Archäologie im Master studiert. Die apulische Kunst habe ihre Techniken und Formen zunächst von der attischen Fertigungsform übernommen, erarbeitete sich jedoch schnell einen eigenen Stil.

Art des Tons

Heute könne man den Unterschied zwischen attischen und apulischen Vasen beispielsweise daran erkennen, dass der Ton aus Griechenland glänzend und der Ton apulischer Herkunft matt sei. „Ornamente und Themen wurden ebenfalls zunächst aus Griechenland übernommen, wurden jedoch ebenfalls eigenständiger“, erklärt Kipke.

Bei den Verzierungen wird zwischen einfacher und reicher Bemalung unterschieden. Die einfache Bemalung zeichne sich durch Schlichtheit aus. Es seien wenige Figuren und keine komplexen Themen dargestellt wurden. Reiche Bemalung zeichnet sich demnach durch großzügige und komplizierte Ornamente aus. Teilweise zeige eine reich verzierte Vase ganze mythologischen Geschichten, die sogar im Theater übernommen wurden.

Der nächste Termin im Rahmen der Sonntagsspaziergänge beginnt am Sonntag, 25. März, um 11.15 Uhr und behandelt die Frage: „Wie entsteht ein Gipsabguss?“. Die praktische Demonstration zum Mitmachen leiten Restauratorin Jorun Ruppel und Nadja Kehe im Archäologischen Institut, Nikolausberger Weg 15. Die Sammlung der Gipsabgüsse ist sonntags von 10 bis 16 Uhr ebenso wie weitere Sammlungen Universität Göttingen geöffnet.

"Griechische und etruskische Vasen in der Archäologischen Originalsammlung": Eines der Objekte. Quelle: Peter Heller

Von Lisa Hausmann

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