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App soll Göttinger Sammlungen erschließen

Elektronisches Angebot App soll Göttinger Sammlungen erschließen

„Die Wissenschaft erkennt immer mehr, wie wichtig die Vielfalt an Tieren und Pflanzen ist, aber die Menschen erkennen immer weniger Arten“, stellt Prof. Erwin Bergmeier, der Leiter des Alten Botanischen Gartens, fest. Einen Beitrag zur Umkehrung dieses Trends soll die App GöTours leisten. Seit anderthalb Jahren tüftelt die Biologin Johanna Spaak an dem Angebot für Android-Smartphones.

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Mit der GöTours-App im Alten Botanischen Garten unterwegs.

Quelle: EF

Göttingen. Vier Touren konnte sie am Donnerstag vor den Gewächshäusern an der Unteren Karspüle 2 präsentieren. Sie richten sich an ein breites, nicht nur studentisches Publikum. Der Nutzer lädt die App auf sein Handy und kann sie dann offline nutzen. „Wir berücksichtigen so, dass er im Gelände nicht unbedingt Empfang hat“, erklärt die E-Learning-Koordinatorin der Fakultät für Biologie und Psychologie.

 
Eine der Touren gibt Erklärungen zu zehn Arzneipflanzen des Alten Botanischen Gartens, sobald der Nutzer sein Smartphone auf QR-Codes hält. Entsprechende Schilder sind an oder neben den Pflanzen angebracht. Mehr als zehn ungewöhnliche Kübelpflanzen, etwa das bei Schmetterlingen beliebte Wandelröschen, beschreibt eine zweite Tour, eine dritte stellt vier Duftpflanzen vor, darunter die Basilikumart African Blue, die nach Kampfer duftet, das Eisenkraut mit dem intensiven Limonengeruch oder Ananassalbei, der in Mexiko und Guatemala wächst.

 

 
Die vierte Tour ist als Schnitzeljagd konzipiert. Sie führt durch vier Gewächshäuser des Gartens. Erste Station ist ein QR-Code, der im Farnhaus versteckt ist. Nutzer erhalten dort Informationen über Sporen und müssen anschließend eine Multiple-Choice-Frage beantworten. Erst wenn sie das geschafft haben, erfahren sie, in welchem Gebäude der nächste QR-Code zu suchen ist.

 
„Solche Touren mit Lernkontrolle lassen sich in der Lehre einsetzen“, sagt Sara-Sophie Scharnhorst vom E-Learning Service der Universität. Sie hat zusammen mit Almut Reiners Spaak bei der Erstellung der vier Touren unterstützt. Studenten könnten sich, so die Idee, mit der App selbstständig Wissensgebiete erarbeiten. Lehrende könnten Exkursionen vorbereiten, wo die Studierenden mit GPS-Daten bestimmte Punkte ansteuern und vor Ort Dinge lernen. Weitere mögliche Anwendungsfelder: die Einweisung in Versuchsaufbauten oder in die Funktionsweise von Geräten.

 
Die App ist vom Wirtschaftsinformatiker Sebastian Hobert im Rahmen einer Masterarbeit bei Prof. Matthias Schumann programmiert worden. Sie bietet eine leere Hülle. Lehrende, und künftig auch Studierende, sollen mit ihr Touren für ortsbezogenes, mobiles Lernen erstellen. Die Eingabe von Texten, Bildern, Audiodateien und Videos erfolgt über einen Browser. Spezielle Computerkenntnisse sind nicht erforderlich.

 
Hoberts App soll auch die anderen wissenschaftlichen Sammlungen der Universität erschließen. Finanziert wurde Spaaks Arbeit über das Programm Campus plus, teilt Ruth Florak, die Vizepräsidentin der Uni für Studium und Lehre, mit.

 

Von Michael Caspar

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