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Aquakultur-Forscher suchen hormonfreie Methode für Fischproduktion

Mehr Tilapia-Männchen bei Wärme Aquakultur-Forscher suchen hormonfreie Methode für Fischproduktion

Der afrikanische Buntbarsch, auch bekannt als „Tilapia“ ist ein beliebter Speisefisch. Tilapia-Männchen wachsen besonders schnell und sind daher das bevorzugte Geschlecht in der Fischproduktion.

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Speisefisch Tilapia: Suche nach hormonfreier Produktion.

Quelle: EF

Um eine hohe Anzahl männlicher Fische zu erreichen ,werden in vielen Ländern umweltbelastende Hormone eingesetzt. An der Fakultät für Agrarwissenschaften der Georg-August-Universität Göttingen erforscht die Arbeitsgruppe Aquakultur und Gewässerökologie unter der Leitung von Prof. Gabriele Hörstgen-Schwark ein Verfahren, bei dem mittels Steuerung der Wassertemperatur die Produktion männlicher Tilapien begünstigt wird. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert dieses Forschungsprojekt mit 209      000 Euro.

Im Jahr 2007 wurden mehr zwei Millionen Tonnen Tilapia produziert. Der afrikanische Buntbarsch gewinnt als Speisefisch zunehmend an Bedeutung.
Bei frisch geschlüpften Tieren ist die Geschlechtsausbildung noch beeinflussbar und kann in die gewünschte Richtung gelenkt werden, erklärt Hörstgen-Schwark. Da männliche Tilapien etwa doppelt so schnell wachsen wie ihre weiblichen Artgenossen stellen sie in der Fischproduktion das bevorzugte Geschlecht dar.
In vielen Ländern werden zur Beeinflussung der Geschlechtsausbildung Hormone eingesetzt. Diese sind allerdings eine große Gefahr für die Umwelt, weil sie das Abwasser andere Lebewesen negativ beeinflussen können, so Prof. Hörstgen-Schwark weiter.

In Kooperation mit der Firma „Fisch und Wasser Oelzschau“ arbeitet die Forschergruppe der Göttinger Fakultät für Agrarwissenschaften an einer nachhaltigen Alternative. Da warmes Wasser die Entstehung männlicher Tiere begünstigt, soll die Geschlechtsausbildung mit Hilfe der Wassertemperatur einhundertprozentig hormonfrei beeinflusst werden. In einem Modellprojekt werden die frisch geschlüpften Larven in rund 36 Grad warmes Wasser gelenkt und nach etwa zehn Tagen in normal temperiertes Wasser zurückgesetzt. Das Projekt soll nun weiter Aufschluss darüber geben, ob Qualitätseinbußen gegenüber herkömmlichen Verfahren zu erwarten sind und wie sich die Methode sinnvoll in die Praxis umsetzen lässt.

eb

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