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Archäologische Suche mit Drohne

Ausgrabungen auf Sizilien Archäologische Suche mit Drohne

Planmäßig gingen die antiken Griechen bei Stadtgründungen außerhalb des Mutterlandes vor. „Das lässt sich am rechtwinkligen Straßennetz solcher Kolonien gut erkennen“, berichtet der Göttinger Prof. Johannes Bergemann. Er sprach während der Archäologischen Ringvorlesung im Auditorium.

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Göttinger Archäologen erkunden das Umland der griechischen Kolonie Kamarina auf Sizilien.

Quelle: EF

Göttingen. „Im Unterschied zu den Kolonien sind die Städte im Mutterland dagegen organisch gewachsen“, führt der Direktor des Archäologischen Instituts am Montagabend vor 60 Zuhörern aus. Den Athenern sei das so vertraut gewesen, dass sie ihre Stadt selbst nach der Zerstörung während der Perserkriege ohne ein rechtwinkliges Straßenraster wieder aufbauten.

„In den Kolonien dagegen waren selbst die Bauernhöfe und Felder des Umlandes oft am Straßennetz der jeweiligen Stadt ausgerichtet“, zeigt der Archäologe an Beispielen. Auch bei der Kolonie Kamarina auf Sizilien lasse sich das im näheren Umfeld beobachten. Die Stadt sei 599 von Syrakus, einer benachbarten griechischen Kolonie, gegründet worden. Kamarina habe an der Küste auf einem Hügelkomplex zwischen den Flüssen Oanis und Hipparis gelegen.

Dort haben Bergemann und Rebecca Klug im September 2015 mit einer Gruppe Studierender drei Wochen lang gearbeitet. Sie untersuchten das weitere Umfeld der antiken Stadt. Dort endet die regelmäßige Landaufteilung, stellten sie fest. Bei Begehungen stießen sie auf alte Bauerngehöfte aus griechischer Zeit. Sie fanden Dachziegel, aber auch Scherben von Amphoren. Trinkgefäßen, ionischen Schalen oder großen Vorratsgefäßen. Bei einer Nekropole, einer Totenstadt, deuteten frische Spuren auf Grabräuber hin.

Die Wissenschaftler machten mit einer Drohne Landschaftsaufnahmen. Einmal blieb das unbemannte Flugobjekt für zwei Tage verschwunden. Die Gruppe entdeckte es unversehrt auf einem Acker. Die Göttinger untersuchten Flächen geomagnetisch. Bergemann spricht von „erstaunlichen Resultaten“. So ließen sich unter anderem Mauerreste nachweisen.

„Überraschend war der Fund einer regelmäßigen und sehr dichten Landaufteilung jenseits des Flusses Hipparis nördlich von Kamarina, die bis in die archaische Zeit zurückreicht“, sagt der Professor. Weiter im Binnenland am Fuß der hybläischen Berge stellten die Wissenschaftler eine großflächige Besiedlung mit dörflichen Anwesen aus römischer Zeit fest.

„Nach der Zerstörung von Kamarina im 3. Jahrhunder vor Christus durch die Römer wurde die Stadt nicht wieder aufgebaut“, weiß Bergemann. Das könne verschiedene Gründe haben. Vielleicht sei der Boden durch intensive landwirtschaftliche Nutzung ausgelaugt gewesen. Vielleicht bevorzugten die Römer auch die größeren Ackerflächen des Hinterlandes.

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