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Göttingen Architektonisches Symbol für Spartas Aufbruch
Campus Göttingen Architektonisches Symbol für Spartas Aufbruch
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19:33 05.01.2010
Zeigt alle Epochen der griechischen Kultur und Geschichte: das Benaki-Museum in Athen. Quelle: Reuters
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Das wohl prominenteste Heiligtum Lakoniens liegt strategisch günstig auf einer Anhöhe, von der aus alle natürlichen Grenzen der Region eingesehen werden können. Dass es dabei mehr als rein religiöse Funktionen gehabt haben wird, ist eine naheliegende Annahme. So untersuchen Vlizos und sein Team vor allem auch das gesellschaftliche Umfeld des Heiligtums.

Die jüngsten Grabungen und Rekonstruktionsversuche zeichnen das Bild einer monumentalen Anlage mit einem künstlich angelegten Platz und vier zentralen architektonischen Einheiten, darunter ein Altar und ein Thron, auf dem – nicht zuletzt belegt durch literarische Quellen – die ursprüngliche Existenz einer Statue Apollons vermutet wird. Zahlreiche Scherbenfunde, Votivgaben, Gebrauchsgefäße und Bronzefiguren lokaler wie entfernter Herkunftzeugen vom zeitweise regen Treiben rund um das Heiligtum.

Auch wenn die Anfänge kultischer Nutzung möglicherweise bis ins dritte vorchristliche Jahrtausend zurück datiert werden können, scheint die Blütezeit der Anlage im achten und siebten Jahrhundert vor Christus gelegen zu haben – also zeitlich gleich mit dem politischen Aufstieg Spartas. Der ursprüngliche Naturkult wurde damals durch die Verehrung Apollons abgelöst.

Hier setzt die Interpretation Vlizos’ und seiner Kollegen an. Das Heiligtum habe neben seiner religiösen Funktion mit Festspielen und Initiationsriten als multidimensionale Einrichtung gedient, habe identitätsstiftend auf die Region gewirkt. Ursprüngliche regionale Eigenheiten wurden vereinheitlicht, das neu gestaltete Heiligtum stand nun für Spartas Aufbruch in eine neue Identität.

Am Montag, 11. Januar, spricht Prof. Diamantis Panagiotopoulos (Heidelberg) über „Das minoische Zominthos – Rekonstruktion einer archäologischen Landschaft“. Beginn ist um 20.15 Uhr im Hörsaal 11 des Auditorium, Weender Landstraße 2.

Von Isabel Trzeciok

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