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Asteroseismologin Saskia Hekker aus Göttingen erforscht Himmelskörper-Anatomie

Blick ins Innere der Sterne Asteroseismologin Saskia Hekker aus Göttingen erforscht Himmelskörper-Anatomie

Astronomen schauen immer tiefer ins Universum hinein, aber der Blick ins Innere der Sterne bleibt ihnen verwehrt, bedauerte der britische Wissenschaftler Arthur Eddington 1926. Das hat sich mit der neuen Fachdisziplin der Asteroseimologie geändert, berichtet Physikerin Saskia Hekker.

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Saskia Hekker erforscht die Anatomie von Himmelskörpern.

Quelle: EF

Göttingen. Wie Seismologen auf der Erde nutzen die Asteroseismologen die Eigenschaften von Wellen, die einen Körper durchlaufen, dazu, um Rückschlüsse auf dessen inneren Aufbau zu ziehen. Das erläutert die Leiterin einer Forschungsgruppe am Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung bei einem Vortrag des Förderkreises Planetarium im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität mehr als 130 Zuhörern.

Hekker, die aus den Niederlanden stammt, befasst sich vor allem mit Roten Riesen. Das ist ein Entwicklungsstadium, das jeder Stern durchläuft, wenn die Kernreaktionen im Zentrum den gesamten dort vorhandenen Wasserstoff in Helium verwandelt haben. Die Zone der Energieerzeugung verschiebt sich dann in die äußeren Schichten, wo es noch Wasserstoff gibt. Der Stern bläht sich dadurch auf. Bei der Sonne wird das in fünf bis zehn Milliarden Jahren soweit sein. Die Erde wird dann von der sich ausdehnenden Sonne verschluckt. Wenn auch der Wasserstoff in den äußeren Schichten verbraucht ist, kollabiert der Rote Riese zu einem Weißen Zwerg.

Die Kernreaktionen in einem Stern sorgen für turbulente Umwälzungen, die den Himmelskörper in charakteristischer Weise schwingen lassen. Das lässt sich an seiner Oberfläche messen. Von der Erde aus ist das nicht möglich, wohl aber von einem Satelliten außerhalb der Atmosphäre. Hekkers Gruppe arbeitet unter anderem mit fotometrischen Daten des 2009 gestarteten Weltraumteleskops Kepler, das die amerikanische Weltraumbehörde Nasa betreibt. Es beobachtet 150 000 Sterne, darunter 10000 bis 20000 Rote Riesen.

„Die Analyse der Frequenzen hilft nicht nur die innere Struktur zu erkennen, sondern ermöglicht es zudem, das Alter von Sternen mit bisher nicht erreichter Genauigkeit zu bestimmen“, führt die Wissenschaftlerin aus. Zusammen mit ermittelten Distanzen, Geschwindigkeiten und chemischen Zusammensetzungen der Sterne gibt das neue Einblicke in die Struktur der Milchstraße. Zudem erfahren Physiker aus den Daten mehr über die Entwicklung von Sternen mit verschiedenen Massen oder die Entstehung von Planetensystemen.

Die Vortragsreihe "Faszinierendes Weltall" wird am Dienstag, 12. Januar, fortgesetzt. Um 20 Uhr beginnt der Vortrag "Die Jagd nach Einsteins Gravitationswellen" von Dr. Benjamin Knispel, Hannover, im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität Göttingen, Platz der Göttinger Sieben 5, Raum 008.

Von Michael Caspar

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