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Astrophysiker Pavel Kroupa spricht in der Vortragsreihe „Faszinierendes Weltall“

Zweifel an Dunkler Materie Astrophysiker Pavel Kroupa spricht in der Vortragsreihe „Faszinierendes Weltall“

„Es gibt keine Dunkle Materie. Das bedeutet, dass alles, was wir über das Universum wissen, falsch ist“, sagt Pavel Kroupa, Professor für Astrophysik am Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik der Universität Bonn. In der Vortragsreihe „Faszinierendes Weltall“, die vom Förderkreis Planetarium organisiert wird, hat Kroupa über „Die Krise der galaktischen Dunklen Materie“ gesprochen.

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Pavel Kroupa, Professor für Astrophysik am Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik der Universität Bonn.

Quelle: EF

Göttingen. Kroupa kritisiert das Standardmodell der Kosmologie, das von Forschern genutzt wird, um Ursprünge, Entwicklung und die Zusammensetzung des Kosmos zu beschreiben.

Es ist in seinen Augen nicht befriedigend. Die zwei Grundannahmen des Modells, seien im Laufe der Jahre um immer weitere Annahmen ergänzt worden. Doch das habe nicht ausgereicht, um es plausibel zu machen. „In der Geschichte dieses Modells gibt es keinen einzigen Test, der je funktioniert hätte“, sagt Kroupa.

Der Astrophyiker untersucht, wie sich das Modell falsifizieren lässt. Sein Mitarbeiter Marcel Pawlowski hat berechnet, dass die sogenannten lokale Gruppe, bestehend aus der Milchstraße, der Andromedagalaxie sowie deren Satellitengalaxien, auf einer Ebene liegt. „Das Standardmodell der Kosmologie trifft aber eine andere Aussage“, sagt Kroupa. Bezieht man die Dunkle Materie in die Rechnungen mit ein, müssten diese Satellitengalaxien verstreut um Milchstraße und Andromeda angeordnet sein.

Kroupa zweifelt die Existenz der Dunklen Materie an. Bei dieser Materie soll es sich um Teilchen handeln, die nicht sichtbar sind, weil sie keine elektromagnetischen Wechselwirkungen aufweisen. Die Dunkle Materie werde postuliert, um eine „fehlende Masse“ im Kosmos zu erklären. Sterne am Rand von Scheibengalaxien würden schneller um das Zentrum rotieren, als es das Newtonsche Gravitationsgesetz vermuten ließe. Dunkle Materie solle diesen Widerspruch erklären, denn durch ihre Schwerkraft würde sie die Raumzeit krümmen.

Die Ergebnisse seiner Untersuchungen stellen die Physik auf den Kopf, meint Kroupa und erklärt, man benötige eigentlich eine neue Physik. Ein Zuhörer zeigt sich erschüttert. „Was glauben Sie, wie es mir geht?“, erwidert Kroupa trocken.

Im nächsten Vortrag der Reihe am Dienstag, 3. November, spricht Hermann Jungkunst zum Thema „Amazonas: Rückkopplung von Landnutzung und Klimawandel“. Der Abend beginnt um 20 Uhr im Zentralen Hörsaalgebäude, Platz der Göttinger Sieben 5, Hörsaal 008.

 

Von Jorid Engler

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