Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Astrophysikerin Hekker erhält Forschungspreis

Das Innere der Roten Riesen Astrophysikerin Hekker erhält Forschungspreis

Dr. Saskia Hekker vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) erhält den diesjährigen MERAC-Preis für Experimentelle Astrophysik der Europäischen Astronomischen Gesellschaft (EAS).

Voriger Artikel
Mehr Insektenarten in kleinräumigen Landschaftsstrukturen
Nächster Artikel
Formen der Kommunikation in Unternehmen

Untersucht die Seismologie von Sternen: Saskia Hekker.

Quelle: MPS

Göttingen. Die EAS würdigt damit die bahnbrechenden Beiträge Hekkers zum Verständnis des inneren Aufbaus Roter Riesen, einer Klasse von Sternen, die sich durch ihre Größe und Leuchtkraft auszeichnen. Mit dem MERAC-Preis ehrt die EAS in jedem Jahr drei junge Forscher in den Bereichen „Theoretische Astrophysik“, „Experimentelle Astrophysik“ und „Neue Technologien“.

Der innere Aufbau eines Sterns lässt sich nur auf indirektem Wege enträtseln. Hilfreich dabei sind Schwingungen, die in der Atmosphäre des Sterns durch gewaltige Plasmaumwälzungen entstehen. Die Schwingungen breiten sich ins Innere des Sterns aus, wo sie sich an den Übergängen zwischen verschiedenen Schichten verändern. Anzeichen davon lassen sich mit Hilfe von Teleskopen an der Oberfläche des Sterns aufspüren und erlauben so Rückschlüsse auf seine innere Struktur. Diese als Asteroseismologie bezeichnete Methode wendet Hekker vor allem auf Rote Riesen, besonders große und leuchtstarke Sterne, an.

Bereits während ihrer Promotionszeit postulierte Hekker bei dieser Klasse von Sternen eine bisher unbekannte Schwingungsart, die sich nicht radial ausbreitet. Mit Hilfe von Messdaten des französischen Weltraumteleskops CoRoT konnte sie dies bestätigen. Maßgeblich beteiligt war die Forscherin auch an der Identifikation von Schwingungen, die es erlauben, zwei Sorten von Roten Riesen zu unterscheiden: solche, die in ihrem Inneren ausschließlich Wasserstoff verbrennen und solche, bei denen es auch zur Fusion von Heliumkernen kommt.

Zudem entdeckte Hekker den ersten Roten Riesen, der in einem Doppelsternsystem seinen Partner gelegentlich in einer Art „Sternenfinsternis“ verdeckt und entwickelte Methoden, um globale asteroseismische Eigenschaften von Sternen zu bestimmen. Diese wandte sie auf Daten der NASA-Raumsonde Kepler an und konnte so auch zahlreiche Sterne charakterisieren, die ein Planetensystem umgibt.

Hekker leitet seit Anfang des Jahres die neue Max-Planck-Forschungsgruppe „Das Alter der Sterne und galaktische Evolution“ am MPS. Nach ihrer Promotion 2007 an der Universität von Leiden in den Niederlanden forschte sie am Observatoire Royal de Belgique und an der Universität von Birmingham in England.

2011 erhielt Hekker das angesehene Veni Fellowship der Niederländischen Organisation für wissenschaftliche Forschung, um ihre Arbeit am Astronomischen Institut „Anton Pannenkoek“ der Universität von Amsterdam fortzusetzen. Seit 2013 ist ihre wissenschaftliche Heimat das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen. Dort forschte sie zunächst im Rahmen eines Starting Grants des Europäischen Forschungsrates.

Die Europäische Astronomische Gesellschaft vergibt den MERAC-Preis in jedem Jahr an drei Forscher in den Bereichen „Theoretische Astrophysik“, „Experimentelle Astrophysik“ und „Neue Technologien“. In geraden Jahren werden herausragende Doktorarbeiten ausgezeichnet, in ungeraden Jahren junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die noch am Anfang ihrer wissenschaftlichen Laufbahn stehen.

eb

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ausstellung „on/off“ über den Nobelpreis in der Alten Mensa Göttingen