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Auftrag vom Land für Bioenergie-Forschung

Bioenergie Auftrag vom Land für Bioenergie-Forschung

Mit zwei Millionen Euro fördert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft den neuen Forschungsverbund Bioenergie. Unter der Koordination der Universität Göttingen untersuchen Wissenschaftler „Nachhaltige Nutzung von Energie aus Biomasse im Spannungsfeld von Klimaschutz, Landschaft und Gesellschaft“.

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Bioenergiedorf Jühnde: Seit 2005 werden Strom und Wärme mit Biomasse erzeugt.

Quelle: Christina Hinzmann

Biomasse gilt als einer der wichtigsten Energieträger der Zukunft, wenn keine Konkurrenz zur Nahrungsproduktion besteht und der Anbau umweltverträglich erfolgt. Um dafür neue Lösungen und praxistaugliche Entscheidungshilfen zu entwickeln, ist der Forschungsverbund Bioenergie entstanden. Wissenschaftler aus den Bereichen Naturpflanzen- und Bodenkunde, Geowissenschaften, Soziologie, Psychologie, Agrarökonomie, Produktion, Logistik sowie Umweltplanung und Landschaftsschutz arbeiten zusammen, um zum Ende der dreijährigen Förderung ein Kompendium zur Bioenergie vorlegen zu können, erklärt Prof. Hans Ruppert. Der Geowissenschaftler ist auch Vorstand des Interdisziplinären Zentrums für nachhaltige Entwicklung (IZNE) an der Universität Göttingen und Leiter des Verbundprojekts. 

Das IZNE habe das Bioenergiedorf Jühnde bei der Entstehung und weiter seit der Inbetriebnahme im Jahr 2005 wissenschaftlich begleitet, so Ruppert. Die Ergebnisse werden Grundlage der neuen Untersuchungen sein. Bei diesen geht es um den integrativen Anbau von Energiepflanzen mit bodenschonenden Fruchtfolgen, um Naturschutz und Erholung, betont Ruppert. „Wir wollen dem Bild entgegenwirken, dass nur Mais als Energiepflanze geeignet ist“, erklärt der Projektleiter. 

Anbauort und Preisgestaltung

Weitere Wechselwirkungen stehen im Fokus der Untersuchung. Sie beschäftigt sich auch mit dem Bau von Anlagen, den geeigneten Anbauorten und der Preisgestaltung für die Energiepflanzen, mit der Akzeptanz bei den Bürgern, der optimalen Entfernung von Ernteort und Biomasse-Anlage oder der Qualität von Öfen zur Verbrennung von Holz und Stroh. Für den Erfolg von Bioenergieregionen sei es wichtig, „dass die Menschen solche Projekte und die damit verbundenen Änderungen in ihrem Umfeld, wie dem Bau von Anlagen und dem Anbau von bestimmten Energiepflanzen, unterstützen“, sagt Ruppert. In dem 750 Einwohner-Ort Jühnde habe das sehr gut funktioniert. Außerdem wurden dort seit 2005 mit Biomasse mehr als 12 Millionen Kilowattstunden Strom produziert.

„Es ist erklärtes Ziel der Landesregierung, bei den erneuerbaren Energien auch Forschungsland Nummer eins zu werden“, betonte Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU). An dem Verbund sind neben Göttingen die Universität Hannover, die Hochschule Harz in Wernigerode, die TU Darmstadt und das Helmholtz-Zentrum Gesundheit und Umwelt in München beteiligt.

                                                                                                                       Von Angela Brünjes

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