Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Aufzug in den Weltraum

Schüler und Studenten forschen Aufzug in den Weltraum

Mit einem Aufzug ins All zu fahren ist Vision, aber theoretisch gilt das als machbar. Ein „Space Elevator“ könnte Menschen, Satelliten und anderes Material ins All bringen. In Garching präsentieren und testet ein halbes Dutzend Teams aus Deutschland und Japan ihre Vorschläge für einen solchen Fahrstuhl.

Voriger Artikel
Leidenschaft für Lebensmittel
Nächster Artikel
Das Geheimnis des 100-jährigen Blutes

Daichi Murakami (l.) und Jun Maeda arbeiten an ihrem Weltraumaufzug.       

Quelle: dpa

Göttingen. Aufbruchstimmung bei der bei der „European Space Elevator Challenge“: Bei Sonnenschein surren die Modelle an einem Seil in den Herbsthimmel. Die Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt (WARR) der Technischen Universität München hat das Treffen auf dem Campus in Garching organisiert. Das All beginnt hier allerdings schon in 100 Metern Höhe. So hoch schwebt der Ballon mit dem Seil über dem Uni-Gelände. Im Aufzug ist gerade mal Platz für zwei bis drei Kilogramm Last. Die Systeme der jungen Wissenschaftler – Schüler und Studenten – bestehen meist aus Rollen, die an das Kabel gepresst die Kapsel nach oben schieben.

Die zentrale ungelöste Frage, ob es je ein Material für ein mehrere Zehntausend Kilometer langes Seil geben wird, stellt hier kaum einer. Ob der Aufzug je gebaut werde, sei erst einmal zweitrangig, sagt Dominik Schaefer aus Hof, der mit Mitschülern den „Hofstapler“ gebaut hat. „Wichtig ist, dass man das, was man in Physik und Informatik gelernt hat, auch anwenden kann.“

Studenten der Luft- und Raumfahrttechnik aus Stuttgart erklären ihre Motivation mit der Raumfahrtmentalität, Unmögliches möglich zu machen. „Ein funktionstüchtiger Space Elevator würde ein neues Kapitel in der Raumfahrt bedeuten.“ Auch das Team um Professor Yoshio Aoki von der japanischen Nihon Universität will die weltweite Community stärken. „Wir sind hier, um unsere Ideen zu teilen“, sagt Teammitglied Darren Coste. Um den Aufzug je zu realisieren, müssen sehr viele Menschen weltweit zusammenarbeiten.“

Rechnerisch, da sind sich Wissenschaftler weltweit einig, ist der Weltraumaufzug machbar. Auf etwa 36 000 Kilometern Höhe – dort befindet sich die sogenannte geostationäre Bahn – würden sich Schwer- und Fliehkraft etwa die Waage halten. Eine mögliche Himmelsstation wäre stabil im All und würde sich immer über dem selben Punkt auf der Erde befinden. Die Bodenstation des Aufzuges müsste aus physikalischen Gründen am Äquator sein, am besten im Wasser und damit flexibel. Rundum müsste eine immens große Flugverbotszone errichtet werden. „Durchgerechnet ist das“, sagt Tobias Ortmann, stellvertretender Projektleiter des Wettbewerbs in Garching. „Das Problem ist das Seilmaterial.“        dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Uni Göttingen begrüßt zum #unistartgoe Studienanfänger