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Göttingen Skelette dienen als Zeugen des Lebens im frühen Mittelalter
Campus Göttingen Skelette dienen als Zeugen des Lebens im frühen Mittelalter
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19:53 12.03.2019
Skelettfunde – hier in Kitzingen – geben den Wissenschaftlern Hinweise auf das Leben der Menschen im frühen Mittelalter. Quelle: dpa
Göttingen

Christianisierung, Dorfgründungen, Wechsel von Macht und Besitz: Wie die Menschen des frühen Mittelalters die großen Umwälzungen ihrer Zeit erlebten, soll eine Ausstellung im Kulturwissenschaftlichen Zentrum (KWZ) der Universität Göttingen zeigen. „Das frühmittelalterliche Gräberfeld von Gevensleben. Menschen erleben Geschichte“ präsentiert Grabungsfunde aus dem Braunschweiger Land und vermittelt die kulturellen Verflechtungen, Einflusssphären und Machtpositionen vom frühen achten bis zum zwölften Jahrhundert. Die Schau wird am Freitag, 15. März, um 17 Uhr eröffnet.

„Der Forschungsstand im Braunschweiger Land erlaubt es, faszinierende Einblicke in das frühe Mittelalter zu geben“, sagt Dr. Immo Heske vom Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen. Nach Zufallsfunden durch Baumaßnahmen in Gevensleben im Landkreis Helmstedt hatte er mit einem Ausgrabungsteam im März 2016 gut erhaltene Skelette aus dem frühen Mittelalter gesichert. Sie wurden auf Verwandtschaftsbeziehungen, Lebenswege und Todesursachen hin untersucht.

Skelette und Grabbeigaben

Die Ergebnisse lieferten Antworten darauf, wie die dörfliche Bevölkerung gelebt hat und teilweise auch, was sie erlebt hat. „Durch quellenkritische Urkundenanalysen konnten wir Besitzstrukturen nachvollziehen und die Anlässe erhellen, zu denen Urkunden erstellt oder auch gefälscht wurden“, so Prof. Hedwig Röckelein vom Institut für Mittlere und Neuere Geschichte. Außer den Skeletten werden auch restaurierte Beigaben aus den Gräbern und Exponate der Bezirksarchäologie Braunschweig und des Göttinger Seminars für Ur- und Frühgeschichte gezeigt.

Zur Eröffnung sprechen Prof. Regina Bendix, Kondekanin der Philosophischen Fakultät, und Prof. Dr. Lorenz Rahmstorf vom Seminar für Ur- und Frühgeschichte, Grußworte. Anschließend leitet Dr. Michael Geschwinde vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in das Thema ein. Röckelein spricht über „Das Projekt Gevensleben – ein gelungenes Beispiel interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Archäologen und Historikern an der Georg-August-Universität Göttingen“.

Führungen für Schulklassen

Führungen für Schulklassen sind nach Vereinbarung möglich. Sie kosten pro Klasse 25 Euro. Die Anmeldung ist von Montag bis Freitag zwischen 7.30 und 14 Uhr unter Telefon 0551/3925082 oder per E-Mail unter ufg@gwdg.de möglich. Die Begleitpublikation „Das Gräberfeld von Gevensleben. Menschen im Braunschweiger Land zwischen 750 bis 1150 n. Chr.“ ist vor Ort und im Buchhandel erhältlich.

Von Nadine Eckermann / pug

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