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Von der Handschrift zum Touch Screen

Ausstellung in der Paulinerkirche Von der Handschrift zum Touch Screen

Zusammen mit der Nationalbibliothek der Niederlande und der Kulturerbe-Bibliothek Flandern organisiert die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen die Ausstellung „Conn3ct: 2 media – 1 story“. Sie ist ab Freitag, 7. Oktober, in der Paulinerkirche, Papendiek 14, zu sehen.

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„Unzählige Mails, zahllose Anrufe“

 Dr. Maartje van Wilde mit Dr. Marijke van Delft.

Quelle: HW

Göttingen. Ziel der Ausstellung ist es, Parallelen zwischen dem niederländischen Buchdruck zwischen 1500 und 1550 und den sozialen Medien von heute darzustellen. Die Entwicklung von der Einfarbigkeit bis zur Verwendung detaillierter Holzschnitte in Büchern wird der zunehmenden Nutzung des Internets und Plattformen wie Facebook und Twitter gegenübergestellt. Zum Beispiel in Bezug auf Status und Identität wird die Bedeutung von Büchern des 16. Jahrhunderts und der Smartphones und Tablets gezeigt. Das Material, in das ein Buch gebunden wurde, gibt ebenso Rückschlüsse auf die soziale Stellung des Besitzers wie das Modell und die Gestaltung eines Mobiltelefons.

Die Illustrationen in einem Buch zeigen die Krönung Kaiser Karls V. Sie halten wie die Schnapsschüsse auf Instagram einen Moment fest und präsentieren ihn der Öffentlichkeit. Die Vorgänge, mit denen Informationen übermittelt werden, sind nebeneinander gestellt. „Wenn Luther heute gelebt hätte, hätte er getwittert?“, fragt Marieke van Delft von der niederländischen Nationalbibliothek.

Dabei ist die Ausstellung selbst als soziale Plattform aufgebaut. An einem der interaktiven Terminals kann sich jeder Besucher mithilfe einer Chipkarte ein Benutzerkonto erstellen und ein Profilbild auswählen. Im Verlauf des Rundgangs können Fragen beantwortet und Meinungen abgegeben werden, zum Beispiel, wem man lieber folgen würde: der Talkmasterin Oprah Winfrey oder dem Papst. Alle Aktivitäten der Benutzer werden unmittelbar auf einem Bildschirm angezeigt, für alle Besucher sichtbar. „Die Ausstellung spielt mit Identität und Privatsphäre“, sagt Maartje De Wilde von der Kulturerbe-Bibliothek Flandern. „Man gibt mehr Preis als man realisiert.“

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 18. Dezember, dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Sonnabends sind um 11 Uhr Führungen geplant.  

Von Jana Probst

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