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Göttingen Winckelmanns Archäologie der Kunst
Campus Göttingen Winckelmanns Archäologie der Kunst
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04:00 06.08.2018
Das Denkmal zu Ehren des deutschen Altertumsforschers Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) in Stendal (Sachsen-Anhalt). Quelle: dpa
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Göttingen

Johann Joachim Winckelmann gilt allgemein als Begründer der Klassischen Archäologie und der Kunstgeschichte. Vor 300 Jahren, am 9. Dezember 1717, wurde er in Stendal geboren und vor 250 Jahren, am 8. Juni 1768, fiel er in Triest einem Raubmord zum Opfer. Aus Anlass dieses doppelten Jubiläums veranstaltet die Göttinger Sammlung der Gipsabgüsse eine Ausstellung, welche die Bedeutung Winckelmanns für die Entstehung der Archäologie als Fachwissenschaft zum Thema hat.

Winckelmanns Hauptwerk, die „Geschichte der Kunst des Altertums“ (1764), ist der Versuch, dem Wesen der Schönheit mit wissenschaftlicher Methode auf die Spur zu kommen. Schönheit erscheint nicht als zeitloses Phänomen, sondern wird als Resultat einer geschichtlichen Entwicklung und spezifischer politischer Bedingungen verstanden.

Enger Austausch mit Göttingen

Die entscheidenden Schritte zur Verwandlung der Winckelmann’schen Lehre in ein Universitätsfach vollzogen sich in Göttingen. Zu verdanken ist dies in erster Linie dem Wirken Christian Gottlob Heynes (1729–1812), der mit Winckelmann in engem Austausch stand. Heyne hielt seit 1767 in Göttingen zum ersten Mal an einer Universität Vorlesungen zur Archäologie. Darin nahm er wichtige Impulse Winckelmanns auf, kritisierte ihn an anderen Stellen aber auch sehr deutlich.

Die Ausstellung „Winckelmanns Archäologie der Kunst“ wurde von Studierenden und Mitarbeitern des Archäologischen Instituts der Universität Göttingen gemeinsam erarbeitet. Sie greift aus der Vielzahl der Facetten von Winckelmanns Leben, Werk und Wirkungsgeschichte seine Bedeutung für die archäologische Wissenschaftspraxis heraus, teilte die Universität mit.

Exponate aus den Sammlungen und aus Privatbesitz

Grundlegende archäologische Tätigkeiten – Anschauen, Beschreiben, Vergleichen, Klassifizieren, Datieren, Interpretieren – sind von Winckelmann in eine Form gebracht worden, die die Klassische Archäologie bis heute prägt. Zur Veranschaulichung dienen – zum Teil erstmals gezeigte – Exponate aus den Sammlungen des Göttinger Archäologischen Instituts, ergänzt durch Leihgaben aus öffentlichem und privatem Besitz. Der Beziehung Winckelmanns zu Heyne und zur Universität Göttingen gilt dabei besonderes Augenmerk.

Die nächsten Führungen haben die Themen „Winckelmanns Stilepochen der griechischen Kunst“ am 12. August mit Simon A. Eidmann; „Winckelmanns neue Deutung antiker Kunst“ am 26. August mit Thorben Langer; „Winckelmann und die Kunst der Etrusker“ am 23. September mit Daniel Graepler. Die Führungen beginnen sonntags um 11.15 Uhr im Archäologischen Institut der Universität Göttingen, Nikolausberger Weg 15. Dort ist die Ausstellung „Winckelmanns Archäologie der Kunst sonntags von 10 bis 16 Uhr zu besichtigen (bis 9. Dezember).

Von Angela Brünjes

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