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Ausstellung über Werk und Wirken Charles de Villers in Göttingen

Deutsch-französischer Mittler Ausstellung über Werk und Wirken Charles de Villers in Göttingen

Weitgehend vergessen ist Charles de Villers, der um 1800 als Mittler zwischen der deutschen und der französischen Kultur wirkte. Ihm ist eine Ausstellung im Kulturwissenschaftlichen Zentrum der Universität gewidmet, die am Mittwoch eröffnet wurde.

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Charles de Villers: Auf einem Gemälde von Friedrich Carl Gröger (1809).

Quelle: EF

Göttingen. Die Ausstellung „Von Boulay nach Göttingen: Charles de Villers (1765-1815)“ umfasst zwölf großformatige zweisprachige Informationstafeln mit mehr als 100 Dokumenten zu Leben, Werk und Wirken des Gelehrten. Erarbeitet wurde sie von der ehemaligen Göttinger Französisch-Lektorin Dr. Monique Bernard, die 1976 eine Dissertation über Villers geschrieben hat, und Dr. Nicolas Brucker von der Université de Lorraine.

Geboren in der Nähe von Metz, hat Charles de Villers eine Offizierslaufbahn eingeschlagen, bevor er im Zuge der französischen Revolution 1792 nach Deutschland emigrierte. 1796 immatrikulierte er sich an der Göttinger Universität. In dieser Zeit entwickelte er großes Interesse an der Kultur seines Gastlandes und formulierte: „Lehren wir die Deutschen und Franzosen, welchen Wert sie füreinander haben.“

Mit seinen Büchern brachte Villers die deutsche Kultur seinen ehemaligen Landsleuten nahe, wie Dr. Hermann Krapoth in seinem einführenden Vortrag hervorhob: zum einen mit Schriften über die Philosophie Kants, zum anderen mit einer preisgekrönten Studie über Luther und die Reformation.

1811 wurde Villers von Jérôme, Napoleons Statthalter im Königreich Westphalen, zum Professor an der Universität Göttingen ernannt. Dies sei „eine glückliche Zeit“ für den „guten Lehrer“ Villers gewesen, betonte Krapoth. Umso härter traf ihn im Jahre 1814 die Entlassung aus seinem Amt, die nach dem Sturz Napoleons wieder eingesetzte Regierung des Königreichs Hannover betrieben hatte. Schon ein Jahr später starb er und wurde auf dem Albanifriedhof beerdigt. Sein Grab existiert nicht mehr.

Die Tafeln – die zwölfte fehlt derzeit noch – dokumentieren eindringlich Villers’ enges Verhältnis zur Kultur seines Gastlandes. Hier ist er nach eigenem Bekunden „ein neuer Mensch geworden“.

Von Michael Schäfer

Zu sehen bis Donnerstag, 15. Oktober, im Foyer des Kulturwissenschaftlichen Zentrums (KWZ), Heinrich-Düker-Weg 14: montags bis freitags 8.30 bis 21 Uhr, sonnabends 10 bis 18 Uhr. Am 3. Oktober ist die Ausstellung geschlossen.

©Hinzmann

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