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Die Professur ist für uns wichtig

Beisiegel zur Salzborn-Professur Die Professur ist für uns wichtig

Die Debatte um die befristete Professur des Sozialwissenschaftlers Samuel Salzborn an der Universität Göttingen reißt nicht ab. Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel und die Sozialwissenschaftliche Fakultät haben jetzt weitere Einzelheiten bekanntgemacht.

„Für uns war das ein normales Verfahren“: Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Prof. Salzborn hat eine auf fünf Jahre befristete Stelle für Grundlagen der Sozialwissenschaften, die 2017 ausläuft. Als im April bekannt wurde, dass dem Wunsch der Fakultät nach einer Verlängerung oder Umwandlung in eine unbefristete Stelle von der Unileitung nicht stattgegeben wurde, regte sich unter Studierenden und Politikern Protest. Salzborn sei die tragende Säule des Studiengangs. Seine Arbeiten zum Antisemitismus und Rechtsextremismus seinen auch international von großer Bedeutung, so Studierende der Fachschaft.

Zunächst wollte sich die Präsidentin nicht äußern. Das tue das Präsidium in Personalangelegenheiten nie. Prof. Beisiegel stellte nun aber klar, dass die Professur als Erstberufung nach dem Niedersächsischen Hochschulgesetzes gar nicht verlängert werden kann. Beisiegel bedauert das. „Für uns war das aber ein normales Verfahren.“ Viele Stellen an der Universität sind befristet und können nicht verlängert werden. Mit einer so lange währenden Debatte habe das Präsidium nicht gerechnet.

Die Professur, die „für uns, für die Historiker und Sozialwissenschaftler so wichtig ist“, wird nun mit derselben inhaltlichen Ausrichtung unbefristet ausgeschrieben. Die Ausschreibung solle zeitnah erfolgen, damit keine Lücke in der Lehre entstehe.

Die Stelle wird zu Zweidrittel mit Geldern der Studienqualitätsmittel bestritten. Das hat die zuständige Kommission aus Studierenden und Fakultätsmitgliedern am Mittwoch beschlossen. Und selbstverständlich könne sich Salzborn auf diese Professur bewerben, die dann nach dem bewährten akademischen Verfahren besetzt werde.

Salzborn war auch im Gespräch als Leiter der „Dokumentations- und Forschungsstelle zur Analyse und Bewertung von Demokratiefeindlichkeit und politisch motivierte Gewalt in Niedersachsen“. Den Antrag für deren Einrichtung hat die Unileitung jetzt beim niedersächsischen Wissenschaftsministerium abgegeben. Mitglieder des Fachschaft werfen der Präsidentin vor, für diese Stelle eine unpolitische, unkritische Neuausrichtung vorgeschlagen zu haben. Beisiegel weist das zurück, der Antrag entspreche dem Originaltext. Die Extremismusforschung an der Universität solle weiter vorangebracht werden.

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