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Göttingen Trend zum berufsbegleitenden Studium
Campus Göttingen Trend zum berufsbegleitenden Studium
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13:37 04.08.2018
Auch von Zuhause oder in Teilzeit wird ein Studium möglich.
Göttingen

Die Hochschulen der Region werden flexibler und reagieren auf die Nachfrage nach berufsbegleitenden Studienangeboten. Das Angebot steigt. Was manchmal fehlt: der Durchblick angesichts der Vielfalt.

Die Notwendigkeit zur Weiterqualifizierung im Beruf steigt ebenso wie das private Interesse, sich nach einigen Jahren Berufspraxis noch einmal mit einem Studium weiterzubilden. An den Hochschulen der Region finden sich dazu einige Angebote – mit steigender Tendenz.

Was berufsbegleitend im einzelnen bedeutet, kann sehr unterschiedlich sein: Zertifikatsweiterbildungen, ganze Spezialisierungsstudiengänge, die auf einer schon abgeschlossenen Ausbildung aufsatteln, duale Studiengänge bis hin zu regulären Erststudiengängen, die neben dem Job als Fernstudium absolviert werden. Angebote gibt es an allen drei Hochschulen in Göttingen, der Hochschule für angewandte Kunst und Wissenschaft (HAWK), der Privaten Hochschule Göttingen (PFH) und der Universität Göttingen.

An der HAWK sind von den rund 1700 Studenten in Göttingen knapp zehn Prozent in einem der sechs dualen Studiengänge eingeschrieben. Die Studenten arbeiten in der vorlesungsfreien Zeit im Unternehmen oder sie kombinieren das Studium mit einer betrieblichen Ausbildung. Darüber hinaus lassen sich sechs der Göttinger Studiengänge auch ganz oder teilweise als Teilzeitstudium absolvieren.

„Digituales“ Studium

Anders an der PFH. Der Bereich des Fernstudiums wird in aller Regel als nebenberufliche Weiterbildungsmöglichkeit genutzt. Stark nachgefragt sind dabei die Betriebswirtschaftslehre mit derzeit etwa 1250 und die erst seit 2014 angebotene Psychologie mit rund 1600 Eingeschriebenen. Seit 2016 bietet die Hochschule zwei BWL-Programme als duales Fernstudium „digitual“ an, in dem Theorie mit Praxisaufgaben im Unternehmen verknüpft sind.

Die nebenberuflichen Studenten sind eine bunte Mischung: Menschen mit einer kaufmännischen Ausbildung, Erzieher oder Polizisten bis hin zu Ärzten, die aufgrund der Ökonomisierung der Medizin einen Master of Business Administration machen. „Wir haben es mit einer starken intrinsischen Motivation zu tun“, betont PFH-Präsident Prof. Frank Albe. „Das kann der Aufstiegswille sein oder sich mehr Wissen für die eigene Tätigkeit anzueignen.“ Manchmal mit Unterstützung des Arbeitgebers, manchmal ganz ohne sein Wissen.

Individuelle Kooperationen

Mit vielen Unternehmen hat die PFH individuelle Kooperationen geschlossen, die eine passgenaue Kombination von Ausbildung und Studium ermöglichen. So bietet zum Beispiel die Sparkasse Göttingen ihren Auszubildenden an, sich in einem Studium mit Banking-Schwerpunkt zusätzlich an der PFH zu qualifizieren. Gemessen an der Zahl der Studenten macht der Fernstudienbereich etwa 80 Prozent aus. „Wir stellen aber fest, dass beide Bereiche immer mehr zusammenwachsen. Studenten auf dem Campus wünschen sich mehr Onlineangebote unabhängig von Raum und Zeit. Und Fernstudenten fragen direkten Kontakt und Präsenzveranstaltungen nach“, so Albe.

Auch die Uni Göttingen macht im Bereich des dualen Studiums keine Angebote. Als explizit berufsbegleitend werden hier drei weiterbildende Studiengänge angeboten, in denen derzeit etwa 100 Studenten eingeschrieben sind, was das Angebot nicht voll auslastet. „In Kürze wird ein weiterer Studiengang angeboten“, so Gudula Kreykenbohm, Leiterin Lehrentwicklung und Ordnungen an der Universität. „Wir gehen davon aus, dass perspektivisch auch noch weitere Angebote dazukommen.“

Offizielle Teilzeit-Varianten

Sehr stark gewachsen sind hingegen die Möglichkeiten, in Teilzeit zu studieren. Inzwischen gibt es 25 Bachelor- und Masterstudiengänge, in denen es eine offizielle Teilzeit-Variante gibt, deren Studierbarkeit von den Verantwortlichen gewährleistet werden muss. In allen anderen Studiengängen sei Teilzeit zwar grundsätzlich auch möglich, müsste dann aber vom Studenten selbst organisiert werden, so Kreykenbohm. „Gerade im Hinblick auf Kinder, zu pflegende Angehörige oder Arbeit zur Studienfinanzierung stellt sich die Frage nach Teilzeit quasi täglich. Die Fachstudienberatungen sind dafür sensibilisiert.“ Da das offizielle Teilzeitstudium unter anderem wegen der fehlenden Möglichkeit der BAföG-Förderung weniger attraktiv ist, sind derzeit nur 13 Studenten offiziell für Teilzeit eingeschrieben.

Von Sven Grünewald

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