Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Bibliotheken: Suche nach Beuteliteratur

Fördermittel Bibliotheken: Suche nach Beuteliteratur

Die Göttinger Forschungen zur so genannten NS-Beuteliteratur in Bibliotheken bekommen finanzielle Unterstützung vom Bund. Der Beirat des Instituts für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin hat Fördermittel für zwei Projekte an der Universität Göttingen bewilligt. 

Voriger Artikel
Neuartige Probleme der Mathematik lösen
Nächster Artikel
Jesus als „Sprach-Künstler“

Universitätsbibliothek: 7000 Bücher in den Regalen, die überprüft werden sollen.

Quelle: BB

Die Finanzmittel für insgesamt 17 Forschungsprojekte kommen aus einem speziell aufgelegten Fonds aus dem Etat von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek in Göttingen (SUB) 30 000 Euro für die systematische Ermittlung von NS-Raub- und Beutegut in ihren Beständen. Die Uni-Bibliothek unterstützt das Projekt, an dem Wissenschaftler und Bibliothekare beteiligt sind, mit Eigenleistungen in gleichem Umfang. 

Mit den bereits seit vergangenem Herbst laufenden Forschungsarbeiten soll die Herkunft der Bücher ermittelt werden, die in der NS-Zeit in den Besitz der Bibliothek gekommen sind. Die Förderung mache es möglich, auf der Grundlage der begonnenen Vorarbeiten zu gesicherten Aussagen über NS-Raub- und Beuteliteratur zu gelangen und die Forschungsergebnisse öffentlich zu machen, sagte SUB-Direktor Dr. Norbert Lossau. Nach dem derzeitigen Stand der Arbeiten müssten voraussichtlich 7000 Bücher überprüft werden, deren Herkunft als verdächtig erscheine. 

Die Bibliothek will auf einer Internet-Seite Auskunft über die Bücher geben, bei denen sich im Laufe der Ermittlungen herausgestellt hat, dass sie unrechtmäßig erworben wurden. Außerdem will sie durch aktive Recherche nach den rechtmäßigen Eigentümern und deren Erben fahnden.

Verstrickung in Raubzüge

Eine Fördersumme von 60 000 Euro erhält ein neues Rechercheprojekt am Seminar für Deutsche Philologie. Es bestehe der begründete Verdacht, dass sich auch in den Beständen der Institutsbibliothek Beuteliteratur befinde, sagte Projektleiter Prof. Frank Möbus. Der Germanist war gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern und Bibliothekaren der SUB im vergangenen Jahr bei der Vorbereitung einer Ausstellung zum 75. Jahrestag der Bücherverbrennung auf Dokumente gestoßen, die die Verstrickung von Göttinger Bibliotheken in die Raubzüge der Nationalsozialisten belegten. 

Ziel des neuen Forschungsprojekts sei es, die Bestände an Raubliteratur in der Bibliothek des Seminars für Deutsche Philologie zu ermitteln und die Herkunft dieser Bücher zu klären. Dabei gehe es auch um die Frage, wie sie in den Bestand der Institutsbibliothek gelangt seien, sagte Möbus. Bei diesen Forschungen werde man eng mit der Uni-Bibliothek zusammenarbeiten.

Von Heidi Niemann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen
Amnesty-Protest auf dem Campus