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Göttingen Bienen, Kristalle und das Higgs-Boson
Campus Göttingen Bienen, Kristalle und das Higgs-Boson
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17:36 13.12.2012
Bunte Wissenschaft: Das Bildungsangebot des Göttinger XLAB richtet sich vor allem an Schüler. Quelle: Hinzmann
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Sieben Naturwissenschaftler, darunter der israelische Physiker Prof. Dan Shechtman vom Technion Haifa, der 2011 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde, geben Schülern und Interessierten in Vorträgen einen Einblick in ihre Forschungstätigkeiten.

Shechtman hat einen Paradigmenwechsel in der Kristallographie bewirkt, nach dem die atomare Struktur mancher Kristalle nicht mehr als periodisch angesehen wird. Shechtman spricht über den steinigen Weg, den diese Erkenntnis nehmen musste.

Die sehr wahrscheinliche, jüngst gelungene Nachweisung des Higgs-Bosons, das allen Elementarteilchen seine Masse verleiht, hat noch stärkere Auswirkungen auf das naturwissenschaftliche Weltbild. Der Göttinger Physiker Prof. Arnulf Quadt, der in die Forschungen der Europäischen  Organisation für Kernforschung (CERN) eingebunden ist, stellt den aktuellen Stand der Physik des Higgs-Bosons dar.

Prof. Marina Rodnina vom Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie erklärt hingegen die Stationen der Forschung zur Beschreibung der Proteinsynthese, deren Wirkungsweise heute in jedem Schulbuch nachzulesen ist. Dort ist auch die Honigbiene ein regelmäßiger Gast, deren Bestäubungsleistung für menschliche Kulturlandschaften wichtig ist. Prof. Jürgen Tautz von der Universität Würzburg informiert über die Eigenschaften von Bienen und ihre evolutiven Vorteile.

Prof. Herbert Jäckle vom Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie forscht dagegen an Fliegen zur Genetik des Übergewichts. Die Erkenntnisse sollen irgendwann auf Fettsuchtpatienten übertragen werden können.

Auch Krebserkrankungen beschäftigen die Forscher: Prof. Ethel-Michele de Villiers untersucht am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg den Einfluss von Viren auf bestimmte Krebsarten. Ihr Vortrag beschreibt neue Erkenntnisse und Methoden, die in modernen Krebsforschungslaboren Anwendung finden.

Über die Auswirkungen solcher auf den ersten Blick unzugänglichen Forschungen auf die Öffentlichkeit spricht der Germanist und Schriftsteller Prof. Peter von Matt von der Universität Zürich. Anhand Johann Wolfgang von Goethes „Faust“ illustriert er, wie die moderne Naturwissenschaft die Illusion einer geschlossenen Weltdeutung in Frage stellt.

Von Jonas Rohde

Das vollständige Programm  gibt es bei xlab-goettingen.de. Gruppen wird eine Anmeldung auf der Webseite oder unter Telefon 05 51 / 3 91 36 18 empfohlen.

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