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Bienenforscher Tautz berichtet aus der Honigfabrik

Göttinger Literaturherbst Bienenforscher Tautz berichtet aus der Honigfabrik

In Bienenvölkern dominieren die Arbeiterinnen. Die Organisation der Produktion von Honig mit der einer Fabrik zu vergleichen, ist naheliegend: Der Würzburger Zoologe Jürgen Tautz stellt sein neues Buch „Die Honigfabrik“ in der Wissenschaftsreihe des Literaturherbstes Göttingen vor.

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Bienenforscher Jürgen Tautz

Quelle: Dpa

Göttingen. In Bienenvölkern dominieren die Arbeiterinnen. Die Organisation der Produktion von Honig mit der einer Fabrik zu vergleichen, ist naheliegend: Der Würzburger Zoologe Jürgen Tautz stellt sein neues Buch „Die Honigfabrik“ in der Wissenschaftsreihe des Literaturherbstes Göttingen vor.

Seit 2006 entwickelt und leitet Tautz das interdisziplinäre Projekt HOneyBee Online Studies (HOBOS). HOBOS ist eine internetbasierte Lehr- und Lernplattform, welche Zugang zu Messdaten aus einem Bienenvolk bietet. Im vergangenen Jahr wurde als Teil des Projektes der Hightech-Bienenstock Smart HOBOS auf dem Gelände der Audi-Fertigung in Münchsmünster bei Ingolstadt eröffnet. Seitdem sind „vollkommen neuartige Einblicke in die natürliche Nestentwicklung der Bienen möglich“, so die Projektbetreiber. Was im und vor dem Bienenstock los ist, kann über vier Kameras unter hobos.de jederzeit beobachtet werden.

Honigbiene bei der Arbeit

Honigbiene bei der Arbeit.

Quelle: janvetter.com

Der 1949 geborene Tautz, Professor am Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, ist international bekannter Bienenexperte und -liebhaber. Sein neues Buch stellt dar, was Tautz und der Imker Diedrich Steen bei ihrer „Besichtungstour im Bienenstock“ festgestellt haben. Steen und Tautz sind seit 20 Jahren ein Team.

Tautz, der 2013 beim Science Festival des Xlab-Experimentallabors für junge Leute ebenso referierte wie beim Literaturherbst im Jahr 2007, vermittelte bei seinen Vorträgen Forschungserkenntnisse unterhaltsam. Sein Anliegen ist es, verständlich zu vermitteln, wie Bienenvölker funktionieren und welchen Nutzen die Insekten, die als Pflanzenbestäuber lebensnotwendige Dienste für Mensch und Tier leisten, sind.

Plastische Beschreibung, neue wissenschaftliche Erkenntnisse

Mit dem neuen Buch „Die Honigfabrik. Die Wunderwelt der Bienen – eine Betriebsbesichtigung“ gibt es neue präzise Einsichten in das Leben in einem Bienenstock mit 40000 bis 80000 Bienen, die das Produkt Honig herstellen. Die Autoren verbinden die plastische Beschreibung mit neuen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen und schrecken dabei auch nicht davor zurück, die Arbeit des legendären Bienenforschers Karl von Frisch (1886–1982) mancherorts zu kritisieren.

Neben der Fülle an Erkenntnissen verblüfft aber vor allem die Menge der Leerstellen, auf die die Autoren hinweisen: Je mehr man über Bienen weiß, desto größer scheint auch die Zahl der offenen Fragen zu werden. Aber alles in allem machen Tautz und Steen deutlich, dass jedes Bienenvolk und jede Biene über großes Geschick und erstaunliche Fähigkeiten verfügen – im Team und als Individuum.

„Wunder, von denen wir umgeben sind.“

In der Vortragsreihe Wissenschaft beim Göttinger Literaturherbst macht Jürgen Tautz mit seiner Lesung am Freitag, 13. Oktober, den Anfang: In seinem Vortrag und im Gespräch mit Helmut Grubmüller vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie erläutert Tautz das Bienenleben, erzählt von Arbeiterinnen, Königinnen und Drohnen, „den Callboys der Königin“.

„Bienen lehren uns, wieder zu staunen über die Wunder, von denen wir umgeben sind“, lautet die Feststellung von Tautz und Steen. Tautz will das vermitteln und Forschungserkenntnisse weitergeben.

Jürgen Tautz, Diedrich Steen: „Die Honigfabrik. Die Wunderwelt der Bienen – eine Betriebsbesichtigung“. Gütersloher Verlagshaus, 218 Seiten, 16-seitiger Bildteil, 19,99 Euro.

Vortrag beim 26. Göttinger Literaturherbst am Freitag, 13. Oktober, um 19 Uhr in der Paulinerkirche, Papendiek 14. Eintrittskarten ab 14 Euro, ermäßigt 11 Euro in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt.

Von Angela Brünjes

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