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Göttingen Studie in Entwicklungsländern
Campus Göttingen Studie in Entwicklungsländern
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11:54 06.09.2016
Ärztliche Untersuchung: Die Bildung der Eltern hängt eng zusammen mit der Gesundheit der Kinder. Quelle: dpa
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Göttingen

180 repräsentative Haushaltsumfragen in 62 Entwicklungs- und Schwellenländern aus den vergangenen 25 Jahren haben die Wissenschaftler ausgewertet und untersuchten den Zusammenhang zwischen frühkindlicher Unterernährung und Elternbildung. Sie betrachteten den Ernährungsstand von rund einer Million Kleinkindern bis zu einem Alter von fünf Jahren.

„Für sich genommen suggerieren die Daten einen stärkeren Effekt von Mütterbildung auf den Ernährungsstand von Kindern als Väterbildung“, erläutert der Göttinger Entwicklungsökonom Prof. Sebastian Vollmer. Die Forscher argumentieren aber, dass dieser Unterschied teilweise durch die Nichtberücksichtigung wichtiger erklärender Variablen verursacht werden könnte. „Es ist beispielsweise denkbar, dass relativ wohlhabende Männer tendenziell besser gebildete Frauen heiraten”, erklärt Christian Bommer, Doktorand am Lehrstuhl für Entwicklungsökonomie der Universität Göttingen. „In diesem Fall wäre der stärkere Effekt von Mütterbildung nicht kausal, sondern durch Wohlstandsunterschiede bedingt.”

Die Wissenschaftler berücksichtigten daher zusätzlich die Lage und die materielle Ausstattung von Haushalten, um die potenziell verzerrenden Effekte von Wohlstandsunterschieden herauszurechnen. In der Konsequenz reduzierte sich die Lücke zwischen den Auswirkungen von Mütter- und Väterbildung so stark, dass nicht mehr von einem quantitativ relevanten Unterschied gesprochen werden kann. „Unsere Studie legt nahe, dass das Potenzial von väterlicher Bildung als Determinante von Kindergesundheit im wissenschaftlichen Diskurs nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Wir hoffen, dass unsere Ergebnisse eine neue Debatte über die Wichtigkeit von Väterbildung für frühkindliche Ernährung anregen werden”, resümiert Vollmer.

„Eine wichtige Voraussetzung für tiefergehende Forschung in diesem Bereich ist allerdings die Verfügbarkeit von Daten. Traditionell legen Haushaltsstudien in Entwicklungs- und Schwellenländern einen großen Fokus auf den Bildungstand von Mädchen und Frauen, da sie im Zusammenhang mit wichtigen Indikatoren wie häuslicher Gewalt und Fertilität stehen.” Die Forscher empfehlen daher, in zukünftigen Feldstudien zusätzlich detaillierte Informationen über die Kenntnisse und Ansichten von Vätern im Bereich Kindergesundheit- und Erziehung zu erheben.

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