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Göttingen „Bildung ist ein Weg, kein Ergebnis“
Campus Göttingen „Bildung ist ein Weg, kein Ergebnis“
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20:46 20.11.2009
Organisatoren des Kongresses: Hermann Veith, Ulrich Geisler und Karl Gebauer. Quelle: Pförtner
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„Wertschätzung schafft Bildung“ lautet das diesjährige Thema und als ein „Zeichen“ ebendieser sieht Prof. Hermann Veith, Direktor des Pädagogischen Seminars der Universität Göttingen, die hohe Teilnehmerzahl und das rege Interesse an dem Kongress. Veranstaltet wird er unter anderem vom Institut für berufliche Bildung und Weiterbildung (IBBW).
Karl Gebauer, Mitorganisator und Autor von Erziehungsbüchern, lädt die Zuhörer in seiner Begrüßung zu einer „Entwicklungstour durchs Land der Wertschätzung“ ein. „Wer möchte, dass Deutschland kein Bildungsland bleibt, muss Kinder, Schüler und Studenten nur unter Druck setzen“, ist sich Gebauer sicher.

Er erklärt dies mit der Gehirnforschung: Angst und Stress erzeugen Cortisol und dieses Hormon zerstört Nervenbahnen. Dem gelte es vorzubeugen, beispielsweise durch einen wertschätzenden Umgang miteinander, so der ehemalige Rektor der Leineberg-Grundschule in Göttingen. Diese Wertschätzung müsse den Umgang mit Kindern prägen, denn „die Beziehung prägt den Aufbau der neuralen Schaltkreise im limbischen System. Wir brauchen einen limbofrontalen Unterricht“.

Bildung aus zweiter Hand

Gebauer kritisiert das Bildungskonzept der „Planwirksamkeit“, das Kinder zu Objekten degradiere und sich durch Testgläubigkeit auszeichne. Besser wäre es, sagt Gebauer, auf ein Konzept zu setzen, dass auf „Selbstwirksamkeit“ fundiere. Dabei würden Kinder als Subjekte in den Mittelpunkt der Bemühungen gestellt.

„Es regiert die Maxime: ,Viel lernen, früh lernen‘, und anstatt die Kinder in den Mittelpunkt zu stellen, wird die Bildung in den Mittelpunkt gestellt, “ ist sich auch Dr. Armin Krenz vom Institut für angewandte Psychologie und Pädagogik aus Kiel sicher. In seinem Vortrag spricht er sich vehement gegen eine „Bildung aus zweiter Hand“ aus.

Krenz inspiziert Kindergärten und -tagesstätten in der gesamten Republik. Er mache immer mehr die Erfahrung, dass dort ein „funktionsorientierter Bildungswahn“ herrsche. Bei diesem werde vergessen, dass Kinder nur dann lernen, wenn der Lernstoff ihren persönlichen Alltag berühre und sie ihm einen Wert zuordnen können. Das aktuelle Dilemma sieht Krenz darin, dass „diese Selbstbildung von einer belehrenden Bildungspädagogik“ ersetzt werde. Dabei sei Bildung „stets und überall möglich“, ist sich Krenz sicher. Man dürfe nur nicht vergessen, dass „Bildung ein Weg ist und kein Ergebnis“.

Von Corinna Berghahn

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