Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Boretius übernimmt neue Professur von Universität und Primatenzentrum

Einblicke in das Innere Boretius übernimmt neue Professur von Universität und Primatenzentrum

Eine gemeinsame Professur für Funktionelle Bildgebung haben die Universität Göttingen und das Deutsche Primatenzentrum eingerichtet. Veterinärmedizinerin und Physikerin Dr. Susann Boretius übernimmt die Professur ab Juli. Die Forscherin will mit ihrer Arbeit zum besseren Verständnis und zu genaueren Diagnostik von Hirnkrankheiten beitragen.

Voriger Artikel
Autismus-Störungen verhindern Interaktion
Nächster Artikel
Alexander von Humboldt-Stipendiaten forschen in Göttingen

Susann Boretius.

Quelle: EF

Göttingen. Im April eröffnete das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) sein neues Bildgebungszentrum. In dem Neubau stehen der Wissenschaftlerin Boretius Labore, Büroräume, eine Tierhaltung sowie zwei Magnetresonanztomografen, die sowohl für größere Affen und menschliche Probandinnen und Probanden als auch für kleinere Affen und Nager geeignet sind, zu Verfügung. Hier wird die neue Abteilung Funktionelle Bildgebung in der Sektion Neurowissenschaften am Deutschen Primatenzentrum angesiedelt, deren Leitung Boretius übernimmt. Die Abteilung will die Strukturen und Funktionsweisen des Primatengehirns mit Hilfe magnetresonanztomografischer Bildgebung erforschen.

Durch starke Magnetfelder und Radiowellen ermöglicht die Magnetresonanztomografie (MRT) den Blick in das Innere des Körpers. Die Methode liefert räumlich hochaufgelöste Bilder einzelner Organe wie Herz oder Gehirn ohne den Einsatz schädlicher, ionisierender Strahlung. „Die Magnetresonanztomografie gestattet uns immer bessere Einblicke in das Innere eines intakten, lebenden Organismus“, sagt Boretius, die bisher als Professorin für biomedizinische Bildgebung an der Universität Kiel tätig war. „Meine Forschung zielt darauf ab, die räumliche und zeitliche Auflösung dieser Methode zu verbessern und durch die Nutzung neuartiger Prinzipien, sogenannter Kontrastmechanismen, weiterzuentwickeln.“

Das Verfahren soll neben genauen, anatomischen Bildern auch wichtige Informationen über die Physiologie, den Stoffwechsel und die Funktionsweise einzelner Organe liefern. Besonders interessiert sind die Wissenschaftler am Gehirn. Räumlich hochaufgelöste Bilder, die die Aktivität der Nervenzellen, strukturelle Verknüpfungen und das Zusammenspiel einzelner Hirnareale widerspiegeln, geben Aufschluss darüber, wie sich Strukturen, Funktionen und Stoffwechselaktivitäten des Gehirns mit zunehmendem Alter oder in Folge neurodegenerativer Erkrankungen verändern. Damit können sie zum besseren Verständnis und zur genaueren Diagnostik von Hirnkrankheiten beitragen.

„Ein großer Vorteil der MRT besteht darin, nicht in den Körper eingreifen zu müssen“, so Boretius weiter. „Die Methode kann beim Menschen genauso angewendet werden wie bei verschiedenen Affenarten und kleineren Tieren, wie beispielsweise Mäusen oder Ratten. Das macht vergleichende Untersuchungen zwischen den unterschiedlichen Arten möglich und schlägt eine wichtige Brücke zwischen den verschiedenen methodischen Ansätzen, nicht nur in der Hirnforschung sondern zum Beispiel auch in der Herz- und Altersforschung“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Uni Göttingen begrüßt zum #unistartgoe Studienanfänger