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Die Entdeckung der Ionenkanäle

Vortrag von Nobelpreisträger Neher Die Entdeckung der Ionenkanäle

Vor 25 Jahren hat sich Erwin Neher auf die Verleihung des Nobelpreises für Physiologie und Medizin vorbereitet: Am 10. Dezember 1991 erhielt der Göttinger Forscher den Preis in Stockholm. Am 25. November berichtet Neher über die ausgezeichnete Entdeckung der Ionenkanäle im Bürgerhaus Bovenden.

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Erwin Neher erhielt 1991 den Nobelpreises für Physiologie und Medizin

Quelle: Mischke

Bovenden. Erwin Neher und Bert Sakmann haben 1976 erstmalig eine Methode zur Darstellung der Signalübertragung durch die Zellwand beschrieben. Mit dieser Methode wurde die Existenz und nachfolgend auch die Bedeutung von Ionenkanälen als Signalüberträger erstmalig nachweisbar. Die Signale in einzelnen Kanälen wurden messbar. Über „Ionenkanäle: Ihre Entdeckung und ihre Rolle in Medizin und Arzneimittelforschung“ will Neher, der seit mehr als 25 Jahren im Flecken Bovenden lebt, berichten. Den Vortrag hat die Bürgerstiftung Bovenden organisiert.

„Es gibt kaum ein Pharmaunternehmen, das ohne die Patch-Clamp-Technik arbeitet“, beschreibt Neher (72) die heutige Situation. Die Technik, die Neher und Sakmann entwickelten, ermöglicht es, den Strom in einzelnen Ionenkanälen in der Zellmembran einer Zelle darzustellen. 25 Jahre nach dieser Entwicklung wurde den beiden Wissenschaftlern dafür der Nobelpreis verliehen. Zu dem Zeitpunkt war Neher am Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie tätig, Sakmann war an ein MPI nach Heidelberg gewechselt.

„Die Feierlichkeiten sind beeindruckend und es ist eine großartige Erfahrung und Ehre. Wenn auch die Strenge des Protokolls belastend werden kann“, erinnert sich Neher, weil man als Forscher manches nicht gewohnt sei: Dazu zählte für ihn auch die unterhaltende Rede, die er beim Nobel-Dinner zu halten hatte - „die Dinner Speech war der Juckepunkt“. Dagegen sei die Nobel-Lecture, in der die Preisträger ihre ausgezeichneten wissenschaftlichen Erkenntnisse oder Erfindungen darstellen, „kein Problem“ gewesen.

er Nobelpreis, meint Prof. Neher rückblickend, hatte für ihn den Vorteil, das Interesse guter Wissenschaftler zu erhalten, die Mitarbeiter in seiner Gruppe wurden. Es sei auch leichter, Forschungsmittel einzuwerben. „Und ich kann forschen, was mir so in den Sinn kommt“, meint der Nobelpreisträger, der am MPI in seiner Emeritusgruppe auf dem Gebiet der Membranbiophysik forscht. jes

Prof. Erwin Neher spricht in der Vortragsreihe „Bürger aus Bovenden geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiter“ der Bürgerstiftung Bovenden am Freitag, 25. November, um 19 Uhr im Bürgerhaus Bovenden, Rathausplatz.

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Ausstellung „on/off“ über den Nobelpreis in der Alten Mensa Göttingen