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Briefe und Dokumente: Hessische Grimm-Bestände sind digital abrufbar

Grüße der Brüder Grimm Briefe und Dokumente: Hessische Grimm-Bestände sind digital abrufbar

Glückwünsche an den Vater oder die Begründung für die Beteiligung am Protest der Göttinger Sieben waren Themen von Briefen der Brüder Grimm. Diese und andere Dokumente von Jacob und Wilhelm Grimm sind ab sofort digital abrufbar. Damit machen die Universitätsbibliothek und das Hessische Staatsarchiv Marburg die hessischen Grimm-Bestände für die Forschung leichter zugänglich.

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Zählen zu den wichtigsten Persönlichkeiten der deutschen Kulturgeschichte: die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm.

Quelle: HAZ

Zum 200. Jubiläum der Kinder- und Hausmärchen hatten beide entschieden, den im Staatsarchiv verwahrten Nachlass der Familie Grimm zu digitalisieren und im Internet zu veröffentlichen. Die wichtigsten Dokumente liegen nun vor, teilte die Universität Kassel am Montag mit.

Der digitalisierte Bestand enthält neben wissenschaftlichen und privaten Dokumenten des Berliner Kunst- und Literaturhistorikers Herman Grimm (1828-1901), eines Sohnes von Wilhelm Grimm, auch zahlreiche Briefe und weitere Zeugnisse der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Darunter der Geburtstagsbrief des 4-jährigen Jacob und des 3-jährigen Wilhelm an ihren Vater Philipp Wilhelm Grimm (1789), ein Bericht des jugendlichen  Jacob über den Unterricht am Lyceum Fridericianum in Kassel (1798), ein Brief Jacob Grimms, in dem er seine Auffassungen über die Bedeutung von Verfassungen darlegt (1837) oder die Begründung Wilhelm Grimms für seine Beteiligung am Protest der Göttinger Sieben (1837).
Die Originalunterlagen wurden dem Staatsarchiv 1947 vom Urenkel Wilhelm Grimms, Marko Plock, übergeben. Insgesamt handelt es sich um mehr als fünf Regalmeter Schriftgut aus der Zeit von 1698 bis 1949.

Das Staatsarchiv stellte die Dokumente und die dazugehörigen Verzeichnungsdaten zur Verfügung. Die Universitätsbibliothek (UB) Kassel brachte in Kooperation mit einem externen Dienstleister die Digitalisierung der schriftlichen Hinterlassenschaft und deren Präsentation im Netz auf den Weg. Die von der UB Kassel bibliografisch bearbeiteten etwa 37 000 Digitalisate sind seit Anfang des Jahres sowohl über das Online-Archiv „Orka“ der UB Kassel als auch über das Archivinformationssystem „Arcinsys“ der Hessischen Staatsarchive zugänglich. Ein Teil dieser Dokumente wird bereits von der Kasseler Arbeitsstelle Grimm-Briefwechsel wissenschaftlich aufgearbeitet.

An der Universität Kassel  wurde 2012 die bundesweit erste Professur eingerichtet, die sich ausschließlich Leben und Wirken der Brüder Grimm widmet. Jacob und Wilhelm Grimm verbrachten in Kassel ihre produktivste Zeit.

orka.bibliothek.uni-kassel.de

Jacob und Wilhelm Grimm
Die Brüder Jacob (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859) zählen zu den wichtigsten Persönlichkeiten der deutschen Kulturgeschichte. Seit 1808 war Jacob, seit 1814 auch Wilhelm als Bibliothekar in Kassel tätig. Zwischen 1812 und 1815 gaben die Brüder ihre „Kinder- und Haus-Märchen“ heraus, die rasch zu einem Klassiker der Kinder- und Jugenddichtung wurden, von 1816 bis 1818 folgten die „Deutschen Sagen“. Ende 1829 übersiedelten die Brüder nach Göttingen, wo sie bis 1837 als Professoren und Bibliothekare tätig waren. Hier beschäftigte sich Wilhelm Grimm intensiv mit der Dichtung des Mittelalters, veröffentlichte Jacob Grimm 1835 seine „Deutsche Mythologie“ und schloss mit dem 1837 erschienenen vierten Band der „Deutschen Grammatik“ sein bedeutendstes sprachwissenschaftliches Werk ab. 1837/38 verließen die Brüder Göttingen. Sie zählten zu den Göttinger Sieben, die gegen die Aufhebung der Verfassung des Königreichs Hannover duch Ernst August I. protestiert hatten und ihrer Ämter enthoben worden waren. 1841 übersiedelten die Brüder nach Berlin, wo sie bis zu ihrem Tode tätig waren.
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